Während die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten in die fünfte Woche gehen, zeichnet sich im globalen Reiseverkehr eine bemerkenswerte Verschiebung ab. Der anhaltende Konflikt lässt die Buchungszahlen in bisherigen Krisenregionen einbrechen und beschert anderen Ländern einen unerwarteten Boom. Spanien profitiert dabei überdurchschnittlich stark von der Suche nach vermeintlich sicheren Reisezielen.
Laut der B2B-Plattform Travelgate, deren Daten vom Branchenportal Turizmdatabank ausgewertet wurden, verzeichnet Spanien bereits seit vier Wochen in Folge zweistellige Zuwächse bei Hotelreservierungen. Für die Woche vom 23. bis 29. März 2026 weisen die Daten für nahezu alle Regionen des Landes ein deutliches Plus im Jahresvergleich aus. Einzig die Kanarischen Inseln verzeichneten mit einem Minus von 1,15 Prozent einen leichten Rückgang.
Besonders stark fiel der Anstieg in Aragon aus, wo die Buchungen um 51,5 Prozent stiegen. Auch in den bedeutenden Tourismusregionen Katalonien, Madrid und Galicien lagen die Zuwächse mit über 25 Prozent im zweistelligen Bereich. Auch Andalusien und die Balearen schlossen sich dem Aufwärtstrend an.
Als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung gilt die derzeit angespannte geopolitische Lage. Hintergrund sind unter anderem militärische Aktionen der USA und Israels gegen den Iran sowie iranische Vergeltungsmaßnahmen im Persischen Golf. Die temporäre Schließung der Straße von Hormus und der damit einhergehende Anstieg des Ölpreises auf 115 US-Dollar pro Fass verstärken laut Branchenbeobachtern das Sicherheitsbedürfnis bei Reisenden.
Die Herkunftsmärkte der Urlauber zeigen dabei ein differenziertes Bild. Den größten Nachfrageschub verzeichnete Spanien mit jeweils mehr als 30 Prozent Zuwachs aus China, Thailand, Italien und Frankreich. Auch aus Deutschland (plus 25 Prozent) und Portugal (plus 20 Prozent) kamen deutlich mehr Buchungen, während der Anstieg aus dem wichtigen Quellmarkt Großbritannien mit fünf Prozent moderater ausfiel.
Laut Branchenexperten belege der aktuelle Trend, wie empfindlich das Reiseverhalten auf sicherheitspolitische Unsicherheiten reagiere und wie schnell sich die Nachfrage in Richtung vermeintlich stabiler Destinationen verlagern könne.