Marmaris macht ernst: Schluss mit Liegenkrieg, Touristenfang und Strand-Chaos

15.06.2026 – 10:00 Uhr

Im beliebten Urlaubsort Marmaris treten umfassende neue Vorschriften für Strände, Hotels, Restaurants und Reisebüros in Kraft. Mit einem neuen Regelwerk will die Stadtverwaltung die Lebensqualität erhöhen, öffentliche Flächen schützen und das touristische Angebot aufwerten.

Die von der Stadtverwaltung ausgearbeitete und vom Gemeinderat verabschiedete Verordnung enthält zahlreiche Maßnahmen, die sowohl Einheimische als auch Urlauber betreffen. Im Fokus stehen dabei die Nutzung öffentlicher Bereiche, die Servicequalität in touristischen Betrieben sowie strengere Vorgaben für Werbung und Außenauftritte.

Freie Wege am Strand

Besonders deutlich fallen die Änderungen an den Stränden aus. Künftig dürfen öffentliche Strandabschnitte nicht mehr durch Liegen, Sonnenschirme oder andere Gegenstände blockiert oder inoffiziell reserviert werden. Zudem müssen die ersten drei Meter entlang der Wasserlinie grundsätzlich frei bleiben, damit Fußgänger ungehindert passieren können.

Um das Erscheinungsbild der Küste zu vereinheitlichen, sind künftig nur noch helle Sonnenschirme erlaubt. Werbeaufdrucke auf Liegen und Schirmen werden untersagt. Auch Stege, die als Sonnenflächen genehmigt wurden, dürfen nicht mehr als Restaurants oder Cafés genutzt werden.

Strengere Vorgaben für Hotels und Gastronomie

Für Hotels, Restaurants und andere touristische Einrichtungen gelten künftig verschärfte Anforderungen. Betreiber müssen ihre Mitarbeiter regelmäßig schulen und dies bei Kontrollen nachweisen können. Außerdem wird ein einheitliches und gepflegtes Erscheinungsbild des Personals vorgeschrieben.

Bei offenen Buffets müssen geeignete Kühl- und Warmhaltesysteme eingesetzt werden. Verdorbene oder abgelaufene Lebensmittel dürfen weder angeboten noch ausgestellt werden.

Preislisten für Übernachtungen, Speisen, Getränke und Freizeitangebote müssen gut sichtbar angebracht werden. Sie sollen zudem in den Sprachen der wichtigsten Gästegruppen verfügbar sein und Informationen zu Beschwerdestellen enthalten.

Keine aufdringliche Kundenwerbung mehr

Die Stadt geht auch gegen sogenannte „Hanutçuluk“-Praktiken vor – also gegen aufdringliche Anwerbung von Gästen auf Straßen und Plätzen. Geschäftsinhaber und Mitarbeiter dürfen Passanten nicht mehr durch hartnäckige Ansprache, Nachlaufen oder andere störende Werbemaßnahmen zum Besuch ihrer Betriebe bewegen.

Darüber hinaus werden nicht genehmigte Licht- und Beschallungsanlagen im Außenbereich eingeschränkt. Laser- und Projektionsshows, die in den Himmel oder auf öffentliche Flächen gerichtet sind, werden ebenfalls verboten.

Reisebüros unterliegen neuen Beschränkungen

Auch Reisebüros müssen sich auf strengere Vorgaben einstellen. Verkaufsstände, Tische oder Werbematerialien dürfen nicht mehr auf Gehwege oder öffentliche Flächen ausgedehnt werden. Mitarbeiter dürfen außerhalb der Geschäftsräume keine Verkaufs- oder Werbeaktivitäten durchführen.

Zudem werden Größe und Gestaltung von Firmenschildern deutlich reglementiert. Bewegte Schriftzüge und auffällige Werbegrafiken sind künftig nicht mehr zulässig.

Konsequente Kontrollen angekündigt

Die Stadtverwaltung kündigte an, die Einhaltung der neuen Vorschriften konsequent zu überwachen. Betriebe, die öffentliche Flächen widerrechtlich nutzen oder gegen die neuen Regeln verstoßen, müssen mit Bußgeldern und weiteren Sanktionen rechnen.

Mit dem Maßnahmenpaket will Marmaris seinen Ruf als hochwertiges Urlaubsziel stärken und zugleich für mehr Ordnung, Sauberkeit und Komfort im öffentlichen Raum sorgen