Mugla – Im türkischen Ferienort Marmaris bleibt die erhoffte Belebung der Tourismussaison bislang aus. Trotz der Hochsaison sind die Straßen vergleichsweise ruhig, viele Hotels verzeichnen deutlich niedrigere Auslastungen als erwartet. Branchenvertreter sprechen von einer angespannten Lage im wichtigen Tourismuszentrum an der Ägäis.
Der Vorsitzende des TÜRSAB Marmaris Regionalbüros, Suat Esin, äußerte sich besorgt über die Entwicklung. Nach seinen Angaben seien die Erwartungen für Juni nicht erfüllt worden – ein Monat, der für die Branche besonders wichtig ist. „Wir haben den Juni verloren“, wird Esin zitiert.
Laut Einschätzungen aus der Branche liegen die Hotelauslastungen derzeit nur noch bei etwa 35 bis 40 Prozent. Einige Betriebe hätten ihre Saison verzögert gestartet oder noch gar nicht geöffnet. Gleichzeitig greifen erste Unternehmen zu Maßnahmen wie Personalreduzierungen und unbezahlten Freistellungen.
Als Hauptursachen gelten steigende Kosten, hohe Abgaben sowie ein Rückgang der Nachfrage. Besonders auffällig sei zudem, dass viele einheimische Urlauber statt der türkischen Küsten zunehmend griechische Inseln als Reiseziel bevorzugen. Dies habe spürbare Auswirkungen auf die regionale Nachfrage im Inlandstourismus.
Die Situation betrifft nicht nur Hotels, sondern die gesamte lokale Wirtschaft. Restaurants, Ausflugsanbieter, Transportunternehmen und kleine Geschäfte berichten ebenfalls über geringere Umsätze. Da der Tourismus eine zentrale Rolle für Marmaris spielt, wirkt sich die aktuelle Schwäche breit auf die regionale Wirtschaft aus.
Branchenvertreter warnen, dass es sich nicht nur um eine kurzfristige Delle handeln könnte. Ohne Gegenmaßnahmen bestehe die Gefahr, dass sich die Probleme auch in den kommenden Saisons fortsetzen und strukturelle Auswirkungen auf den Tourismusstandort Marmaris haben.