In der bei Urlaubern beliebten türkischen Stadt Marmaris gehen die Behörden nun mit harter Hand gegen die kommerzielle Besetzung der Strände vor. Bei groß angelegten Razzien entlang der Küste stellten sie dutzenden Betrieben ein Ultimatum von nur 24 Stunden, um ihre illegalen Liegestuhl-Burgen und Absperrungen zu beseitigen.
Am Mittwoch durchkämmten gemeinsame Kontrollteams der staatlichen Immobilienverwaltung und der kommunalen Ordnungspolizei die Uferpromenade des Bezirks. Der Fokus der Inspekteure lag auf der Einhaltung der gesetzlichen Küstenlinie, die einen mindestens drei Meter breiten Streifen zur Wasserseite hin als freien, öffentlichen Durchgang vorschreibt.
Den Betreibern wurde unmissverständlich klargemacht, dass dieser Bereich weder durch Sonnenschirme noch durch Möbel blockiert werden darf. Die Regelung soll sicherstellen, dass Bürger ungehindert am Wasser entlanggehen und mit einem eigenen Handtuch kostenlos im Sand liegen können, ohne von Restaurant- oder Hotelanlagen verdrängt zu werden.
Während sich die Beamten bei regelkonform arbeitenden Unternehmen bedankten, wurde gegen säumige Pächter ein förmliches Protokoll erstellt. Die Behörden setzten eine Frist von 24 Stunden, innerhalb derer sämtliche Verstöße zu beheben sind. Geschieht dies nicht oder gehen erneut Beschwerden von Badegästen ein, werden umgehend Strafverfahren eingeleitet und empfindliche Bußgelder verhängt.
Die Behörden unterstrichen, dass es sich bei der Aktion nicht um eine einmalige Maßnahme handelt. „Die Strände sind öffentliches Allgemeingut“, so ein Sprecher der Einsatzkräfte. Die Kontrollen würden nicht nur sporadisch, sondern über die gesamte Sommersaison hinweg intensiviert und mit hoher Frequenz fortgesetzt, um eine dauerhafte Rückeroberung der Küste für die Allgemeinheit zu gewährleisten.