Marmaris erlebt einen starken Aufschwung im Kreuzfahrttourismus. Dank zusätzlicher Anläufe wird die Saison bis Ende Dezember verlängert – die Zahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder soll sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfachen.
Der Kreuzfahrttourismus in Marmaris läuft 2026 auf Hochtouren. Seit Beginn der Saison am 28. April haben bis Ende August bereits 40 Kreuzfahrtschiffe rund 155.000 Passagiere und Besatzungsmitglieder in den türkischen Ferienort gebracht.
Nach zusätzlichen Vereinbarungen kommen bis Jahresende 36 weitere Anläufe hinzu. Damit wird Marmaris 2026 insgesamt 76 Kreuzfahrtschiffe empfangen. Die Zahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder soll bis Jahresende auf rund 270.000 steigen.
Saison bis Ende Dezember verlängert
Eigentlich sollte die Kreuzfahrtsaison in Marmaris Ende Oktober beziehungsweise Anfang November auslaufen. Durch die zusätzlichen Fahrten wurde sie nun bis Ende Dezember verlängert.
Allein die neuen Fahrten sollen rund 115.000 weitere Passagiere und Besatzungsmitglieder nach Marmaris bringen. Zwölf zusätzliche Anläufe wurden nach Gesprächen mit der Kreuzfahrtgesellschaft Aroya Manara in den Fahrplan aufgenommen.
„In diesem Jahr werden wir die Kreuzfahrtsaison mit rund 270.000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern abschließen“, sagte Mutlu Ayhan, Präsident der Handelskammer von Marmaris.
Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei rund 60.000. Damit wird für 2026 ein Anstieg auf mehr als das Vierfache erwartet.
Mehr als 70 Anläufe für 2027 geplant
Auch für das kommende Jahr zeichnet sich eine weitere Expansion ab. Nach Angaben Ayhans sind für 2027 bereits mehr als 70 Kreuzfahrtschiff-Anläufe geplant. Weitere sollen hinzukommen.
Kreuzfahrtgäste besuchen in Marmaris insbesondere die Altstadt, das Marmaris-Schloss, den Yachthafen und die Strandpromenade. Auch Natur- und Kulturstätten in der Umgebung stehen auf den Ausflugsprogrammen.
Marmaris punktet gegenüber Bodrum
Die Aroya Manara, die über 1.678 Kabinen verfügt, läuft Marmaris regelmäßig an. Nach Angaben des Hotelmanagers Marco Manager wurde Marmaris auch als Einschiffungshafen geprüft.
„Aufgrund seiner Infrastruktur und der vorhandenen Flächen haben wir uns für Marmaris entschieden. In dieser Hinsicht bietet Marmaris deutlich bessere Möglichkeiten als Bodrum“, erklärte er.
Auch bei den Passagieren komme die Stadt gut an. Marmaris erinnere ein wenig an die Riviera und werde von den Gästen vor allem wegen seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses geschätzt.
Alternative zu teuren griechischen Inseln
Nach Einschätzung des Managers profitieren auch die türkischen Destinationen davon, dass einige griechische Inseln von Reisenden als teuer empfunden werden.
Ziele wie Mykonos würden teilweise als überteuert wahrgenommen. Marmaris dagegen überzeuge mit Restaurants, Landschaft und Aussicht. Die Gäste könnten sich frei in der Stadt bewegen und ihre Zeit entspannt verbringen.
Marmaris soll auch künftig regelmäßig Teil der Kreuzfahrtrouten der Aroya Manara sein. Nach einer vorübergehenden Programmänderung aufgrund geopolitischer Entwicklungen im Roten Meer ist anschließend wieder eine Winterroute im Mittelmeer mit Istanbul vorgesehen.
Marmaris auch als Einschiffungshafen gefragt
Marmaris dient nicht nur als Zwischenstopp, sondern zunehmend auch als Einschiffungshafen. Passagiere aus Iran, Usbekistan, Russland, der Türkei und Saudi-Arabien gehen dort an Bord und reisen unter anderem weiter nach Alexandria in Ägypten.
Allein aktuell begannen rund 3.000 Passagiere ihre Kreuzfahrt in Marmaris.
Mit den zusätzlichen Anläufen bis Jahresende und den bereits geplanten Fahrten für 2027 dürfte Marmaris seine Position als wichtiger Kreuzfahrthafen an der türkischen Ägäisküste weiter ausbauen.