Lernen im Wald: Türkei eröffnet erste Waldschule in Bolu

16.09.2026 – 17:00 Uhr

In der nordtürkischen Provinz Bolu hat zum neuen Schuljahr die erste Waldschule des Landes ihren Betrieb aufgenommen. Auf einem 30-Dekar großen Gelände lernen Kinder künftig direkt in der Natur und beschäftigen sich mit Wald, Ökosystemen und Brandschutz.

Die vom türkischen Ministerium initiierte Waldschule liegt an der Straße zum Nationalpark am Abant-See. Ziel des Projekts ist es, Kindern die Natur näherzubringen und ihnen den Schutz der Wälder zu vermitteln.

An der Eröffnung nahmen unter anderem der Gouverneur von Bolu, Abdulaziz Aydın, und der Leiter der regionalen Forstverwaltung, Celal Kanbur, teil. Zum Auftakt absolvierten 40 Schülerinnen und Schüler der Kültür-Grundschule sieben verschiedene Workshops.

Sieben Stationen mitten im Wald

Das Programm umfasst die Bereiche Design, Boden, Insektenhotel, Beobachtung, Ökosystem, Forstwirtschaft und Waldschutz.

Im Boden-Workshop befüllten die Kinder Blumentöpfe. Im Insektenhotel beobachteten sie den Lebenszyklus verschiedener Insekten. Gleichzeitig erfuhren sie mehr über die Arbeit der Forstverwaltung und die Bedeutung des Waldschutzes.

Anhand von Modellen erklärten die Ausbilder zudem, wie Waldbrände bekämpft werden und welche Maßnahmen zum Schutz der Wälder notwendig sind.

Lernen und Spielen in der Natur

Nach den Workshops konnten die Kinder die Freizeiteinrichtungen des Geländes nutzen. Dazu gehören ein Spielplatz, ein Parcours mit Waldgeräuschen, ein Amphitheater und ein Märchenhaus.

Gouverneur Aydın bezeichnete die Einrichtung bei einem Rundgang als erste und bislang einzige Waldschule dieser Art in der Türkei. Dort könnten täglich 40 bis 50 Kinder gleichzeitig praktische Erfahrungen sammeln.

Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren und steht unter dem Motto „Entdecken, Erleben und Teilen“. Der Unterricht soll dabei direkt in den Wald verlegt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sensibilisierung für Waldbrände.

Umweltbewusstsein schon im Kindesalter

Mit alternativen Bildungsmodellen will die Türkei das Umweltbewusstsein junger Menschen stärken. Das Waldschulprojekt verbindet dabei praktische Erfahrungen mit der Vermittlung von Wissen über Ökosysteme, Forstwirtschaft und Waldschutz.

Die Initiative steht zudem im Zusammenhang mit den Bemühungen, Waldflächen nach schweren Bränden in den südlichen und westlichen Regionen des Landes besser zu schützen.