EDIRNE – Nach heftigen Regenfällen und der kontrollierten Wasserfreigabe aus Staudämmen in Bulgarien war der Pegel der Maritza (Meriç) in Edirne stark angestiegen. Inzwischen zeichnet sich eine leichte Entspannung ab: Der Durchfluss des Flusses ist rückläufig, bleibt jedoch weiterhin auf hohem Niveau.

Der Pegel der Maritza hatte am Vortag zunächst 1.119 Kubikmeter pro Sekunde erreicht und war im weiteren Verlauf auf 1.251 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen. Aufgrund der Überschwemmungsgefahr rief die türkische Wasserbehörde DSİ die Warnstufe „Orange“ aus. In mehreren Abschnitten trat der Fluss über die Ufer.
Am heutigen Morgen sank der Durchfluss zunächst auf 1.229 Kubikmeter pro Sekunde, gegen 14.00 Uhr weiter auf 1.184 Kubikmeter pro Sekunde. Trotz des Rückgangs dauern die Sicherheitsmaßnahmen an.
Tiere evakuiert, Katzen gerettet
Während der Hochwasserphase waren AFAD, die Gendarmerie sowie lokale Rettungsteams den ganzen Tag im Einsatz. In überfluteten Gebieten wurden Nutztiere aus betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben evakuiert.
In einem besonders beachteten Einsatz retteten AFAD-Kräfte drei Katzen, die auf einem überschwemmten Hof im Wasser eingeschlossen waren. Die Tiere wurden per Boot erreicht, in Sicherheit gebracht und anschließend versorgt. Der Besitzer des Hofes bedankte sich bei den Einsatzkräften.

Zwei Arbeiter auf Deich eingeschlossen
Im Dorf Elçili kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Durch das Übertreten des Flusses wurden umliegende Felder überflutet, zwei Arbeiter gerieten dabei auf einem Deich in Not. Die Männer, die an einer Pumpstation arbeiteten, konnten per Boot von AFAD-Teams erreicht werden. Laut Angaben der Behörden befanden sie sich in gutem gesundheitlichen Zustand.
Die Lage an der Maritza wird weiterhin engmaschig überwacht. Die Behörden warnen Anwohner und Landwirte, Vorsicht walten zu lassen, da der Pegel trotz des Rückgangs weiterhin kritisch bleibt.