EDIRNE – Nach fast zweitausend Jahren soll der ikonische Mazedonische Turm in Edirne Mitte des Jahres wieder für Besucher geöffnet werden. Der Turm, ein bedeutendes Relikt der antiken Stadtmauern, durchläuft derzeit eine umfangreiche Restaurierung und wird künftig erneut seine Türen für die Öffentlichkeit öffnen.
Der Turm vereint architektonische Einflüsse aus römischer, byzantinischer und osmanischer Zeit und gilt als lebendiges Zeugnis der reichen Geschichte Edirnes. Kulturdirektor Kemal Soytürk bezeichnete das Projekt als eine der größten kulturellen Investitionen des Ministeriums in der Stadt.
Archäologische Arbeiten rund um den Turm förderten zahlreiche historische Funde zutage, darunter:
-
eine Kapelle und ihre Nebengebäude,
-
Stadtmauern verschiedener Epochen,
-
Keramiköfen aus der Spätantike,
-
sowie Eislager und Wasserleitungen aus osmanischer Zeit.
In der finalen Projektphase wird der Turm zu einem modernen kulturellen Wahrzeichen umgestaltet. Geplant sind ein panoramatischer Aufzug und eine Aussichtsplattform, die Besuchern einen atemberaubenden Blick über die Stadt ermöglichen.
Der Turm wurde unter Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) errichtet und ist der einzige noch erhaltene Turm der antiken Stadtbefestigung Edirnes. 1867 wurde er durch Holzböden und eine Uhr erweitert und diente später als Feuerbeobachtungsturm. Nach einem schweren Erdbeben 1953 wurden die hinzugefügten Stockwerke und die Uhr abgerissen, da sie die historische Skyline der Stadt beeinträchtigten.
Bereits in den 1990er-Jahren erfolgte eine erste Restaurierung, während die archäologischen Ausgrabungen 2002 und 2003 vom Museum Edirne durchgeführt wurden.