Bursa: Zoo ergreift Hitzeschutzmaßnahmen für Pinguine und Lemuren

05.06.2026 – 14:00 Uhr

Während die Temperaturen steigen, greift die Tierpflege zu extremen Maßnahmen in der Hochsaison: So beziehen im Zoo der nordwesttürkischen Metropole Bursa 17 afrikanische Pinguine ihre klimatisierten Rückzugsräume und eine 40-köpfige Lemuren-Kolonie wird mit tiefgekühltem Obst bei Laune gehalten. Die Stadtverwaltung hat eigenen Angaben zufolge ein Schutzprogramm für den Sommer gestartet, um die teils bedrohten Tiere vor der anhaltenden Hitze zu bewahren.

Der im Jahr 1998 eröffnete Zoologische Garten erstreckt sich über eine Fläche von 206.600 Quadratmetern, ist Vollmitglied der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und beherbergt aktuell 1.123 Individuen aus 123 Arten. Auf dem weitläufigen Gelände mit elf Teichen, 2.000 Bäumen und rund 150.000 Bodendeckern wird die Pflege- und Fütterungsroutine strikt an die saisonalen Bedingungen angepasst.

Kühlhaus statt Tropenhalle

Besonders die aus Südafrika stammenden Brillenpinguine genießen derzeit Sonderkonditionen. Laut Tierpfleger Ismail Bozkurt verbringen die 17 Tiere – sechs Männchen, neun Weibchen und zwei Jungtiere – den Großteil des Tages in ihrem Wasserbecken oder in eigens heruntergekühlten Innenbereichen. „Im Sommer nutzen sie das Becken sehr viel aktiver. In den Rückzugsräumen regeln Klimaanlagen die Temperatur bedarfsgerecht“, erklärte Bozkurt. Gefüttert wird die Gruppe zweimal täglich mit Sardinen und Stöcker.

Eiskalte Vitaminbomben

Die Lemuren erhalten derweil weniger Technik und dafür kreative Kühlkost. Arif Ardıç, der für die 40 Kattas zuständige Tierpfleger, setzt auf im Kühlschrank gelagertes Obst und Gemüse. „Das Futterprogramm ändert sich mit den Jahreszeiten. Im Sommer geben wir verstärkt kaltes und süßes Obst“, so Ardıç. Die Primaten erhalten morgens und abends jeweils rund fünf Kilogramm einer Mischung aus Früchten, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, gekochten Eiern und Kartoffeln. Besonders beliebt sind Bananen und Nüsse, die in den heißen Monaten jedoch zwingend gut gekühlt werden müssen.

Mit der hitzeangepassten Menü- und Klimatechnik will der Tierpark sicherstellen, dass weder tropische Exoten noch polare Gäste ins Schwitzen geraten. Der Zoo betont, dass solche Maßnahmen nicht nur dem Wohlbefinden dienen, sondern auch für den Erhaltungszuchterfolg gefährdeter Spezies essenziell sind.