Archäologische Höhle in Bilecik für Tourismus geöffnet – 16.500 Jahre alter Ritualgraben entdeckt

22.03.2026 – 18:00 Uhr

In der nordwesttürkischen Provinz Bilecik wird eine Höhle nach dem Fund eines rund 16.500 Jahre alten Ritualgrabens für den nachhaltigen Tourismus vorbereitet. Ziel des Projekts ist es, die Stätte zu erhalten und gleichzeitig für Besucher zugänglich zu machen.

Die Gedikkaya-Höhle, etwa einen Kilometer südöstlich des Zentrums von İnhisar gelegen, erregte archäologische Aufmerksamkeit, nachdem ein Ritualgraben aus der Epipaläolithischen Zeit entdeckt wurde. In diesem Graben fanden Forschende einen gezielt geformten Stalagmiten sowie eine sitzende weibliche Figur, die vermutlich eine frühzeitige stilisierte Muttergöttin darstellt, ähnlich den späteren neolithischen Darstellungen im Nahen Osten.

Die Höhle und ihre Umgebung zeigen Spuren wiederholter menschlicher Nutzung über mehrere Epochen hinweg, darunter Epipaläolithikum, Neolithikum und Chalkolithikum. Auch vereinzelte Funde aus der hellenistischen Zeit deuten darauf hin, dass die Stätte über Jahrhunderte hinweg für bestimmte Zwecke aufgesucht wurde. In den letzten Jahrzehnten erlitt die Höhle jedoch erhebliche Schäden durch unautorisierte Ausgrabungen, Entnahme von Erdmaterial für Fledermausguano und die Nutzung als Drehort.

Zwischen 2019 und 2022 wurden Rettungsgrabungen unter der Aufsicht der Bilecik Museum durchgeführt, wissenschaftlich betreut von dem Dozenten Deniz Sarı von der Bilecik Şeyh Edebali University.

Auf Basis dieser Erkenntnisse startete die Universität ein Beratungsprojekt für nachhaltigen Tourismus auf dem Gedikkaya-Hügel und in der nahegelegenen Höhle, unterstützt durch ein technisches Hilfsprogramm einer regionalen Entwicklungsagentur.

Das Projekt, das von Sarı geleitet wird, soll das archäologische, kulturelle und natürliche Erbe der Region kontrolliert in den Tourismus integrieren. Besonderes Highlight ist das geplante Konzept der „lebenden Ausgrabungsstätte“ in der İn-Höhle, bei dem laufende wissenschaftliche Forschungen mit strukturierten Besucherführungen kombiniert werden sollen – ohne die archäologische Integrität der Stätte zu gefährden.