Die beiden bekanntesten Freilichtmuseen in Kappadokien verzeichneten im vergangenen Jahr einen deutlichen Besucherzuwachs. Wie aus offiziellen Daten der Provinzverwaltung für Kultur und Tourismus in Nevşehir hervorgeht, besuchten insgesamt 1.271.943 Menschen die archäologischen Stätten Zelve und Paşabağı. Im Vorjahr waren es noch 948.746 Besucher.
Die nur wenige Kilometer voneinander entfernten Museen sind für ihre aus dem Fels gehauenen Kapellen, Wohnhöhlen und markanten „Feenkamine” bekannt. Laut Özay Onur, dem Vorsitzenden der Touristenführer-Kammer in Nevşehir, sind sie aufgrund ihrer historischen und geologischen Struktur einzigartig. „Kappadokien ist weltweit die einzige Region, die man auf drei Ebenen erkunden kann: unter der Erde in den Städten, an der Oberfläche und aus der Luft mit dem Ballon”, erklärte Onur.
Besonders im Frühjahr und Herbst war der Ansturm groß. Den Höhepunkt bildete der Mai mit 173 514 Besuchern, gefolgt vom Oktober mit 152 438.
Onur betonte, dass Zelve zu den ältesten und zugleich am längsten bewohnten Siedlungen der Region zählt. Bis in die 1950er Jahre war das Areal bewohnt, dann wurde die Bevölkerung wegen Steinschlaggefahr umgesiedelt. Paşabağı ist wiederum für seine pilzförmigen Feenkamine bekannt, an denen sich die geologische Entstehung besonders gut ablesen lässt.
Der Besucheranstrom kommt auch der lokalen Wirtschaft zugute. Die im Zuge von Restaurierungsarbeiten des Kultur- und Tourismusministeriums eingerichteten Souvenirläden werden von Einheimischen betrieben. Laut Murat Öztürk, dem Leiter der Händlerkooperative, variiert die Herkunft der Touristen je nach Saison: „Im Frühjahr kommen mehr Gäste aus Spanien, Mexiko und Brasilien, im Winter häufiger aus China und Südkorea.”
Einheimische Händler wie Halil Coşkun führen den anhaltenden Besucherzuwachs auch auf die sozialen Medien zurück. Durch geteilte Bilder und Erfahrungsberichte wächst das internationale Interesse stetig. Die beiden Museen gelten als bedeutende Anziehungspunkte für in- und ausländische Touristen in der Türkei.