Nevşehir/Kappadokien. Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hat den Start eines neuen „Nachtmuseum“-Konzepts in Kappadokien angekündigt. Ziel des Projekts ist es, die weltberühmte Region auch nach Einbruch der Dunkelheit für Besucher zugänglich zu machen und das touristische Erlebnis deutlich zu erweitern.
Im Rahmen der Arbeiten durch die Kappadokien-Behörde werden mehrere bedeutende Kulturstätten – darunter das Göreme-Freilichtmuseum, die Paşabağları-Felsenformationen, das Zelve-Freilichtmuseum sowie das Erdemli-Tal – mit speziellen Lichtinstallationen ausgestattet. Insgesamt kommen 692 Beleuchtungseinheiten zum Einsatz, um die markanten Tuffsteinformationen nachts atmosphärisch und kontrolliert in Szene zu setzen.

Neben der Beleuchtung sind auch digitale Technologien wie Virtual Reality und sogenannte Video-Mapping-Systeme geplant. Damit sollen historische Entwicklungen und frühere Zivilisationen visuell rekonstruiert werden, sodass Besucher die Geschichte Kappadokiens auf neue Weise erleben können.
Das Projekt folgt nach Angaben des Ministeriums den Prinzipien von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und der Reduzierung von Lichtverschmutzung. Es ist Teil der jüngsten Strategie des Ministeriums, kulturelle Stätten verstärkt auch in den Abendstunden touristisch nutzbar zu machen.
Ersoy erklärte bei einem Besuch in der Region, dass Kappadokien nicht nur ein Ort für kurze Besichtigungen sein solle. Vielmehr wolle man ein Reiseziel schaffen, in dem Besucher vier, fünf oder sogar sieben Tage bleiben. Reisende sollten die Region intensiver erleben – mit Wanderungen durch Täler, kulinarischen Angeboten, Begegnungen mit lokaler Handwerkskunst und künftig auch mit nächtlichen Museumsbesuchen.
„Wir möchten, dass der Besucher Kappadokien nicht nur sieht, sondern erlebt“, betonte Ersoy. Die Region solle sich zu einem Reiseziel entwickeln, das stärker auf Erfahrungen und Aufenthaltsdauer ausgerichtet ist.
Laut Ministeriumsangaben verzeichnete Kappadokien bis Ende 2025 über 4,5 Millionen Besucher in seinen Museen und archäologischen Stätten. Besonders stark frequentiert sind das Göreme-Freilichtmuseum sowie die unterirdischen Städte von Derinkuyu und Kaymaklı.
Mit dem neuen Nachtmuseum-Konzept soll Kappadokien seine Attraktivität weiter steigern und gleichzeitig nachhaltiger und erlebnisorientierter in das internationale Tourismusangebot eingebunden werden.