Zwischen jahrtausendealten Felsformationen und unterirdischen Städten hat am Wochenende ein Festival der Superlative begonnen. Mit 25 spektakulären Sonderballons, einer Gastronomie unter Sternenhimmel und 156 Veranstaltungen verwandelt sich die Region Kappadokien in eine pulsierende Kulturmeile.
Unter dem Titel „Nevşehir Kulturstraße” wurde am Samstag in der Damat-İbrahim-Paşa-Moschee die zwölfte Station des türkeiweiten Festivals eröffnet. Bis zum 9. August sollen Kunst, Musik und Kulinarik an zwölf verschiedenen Orten der Region gebündelt werden, wie das Ministerium für Kultur und Tourismus mitteilte.
Kulinarische Schatzsuche mit drei Sterneköchen
Ein Kernstück des Programms ist die Erkundung der regionalen Esskultur. Ein Gremium aus Gastronomie-Experten, darunter drei mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Köche, hat 43 sogenannte „Genusspunkte” definiert. Besucher können anhand dieser Route durch Orte wie Göreme, Uçhisar oder Ürgüp traditionelle Spezialitäten wie „Soğanlama“, „Ağpakla“ oder Aprikosenfüllungen in einfachen Lokalen und gehobenen Restaurants verkosten. Als Gastgeber fungiert Duran Özdemir, der Chef des ersten und einzigen mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants in Kappadokien.
Spektakel am Himmel und auf der Bühne
Bereits vor der offiziellen Eröffnung sorgte das 7. Internationale Kappadokien-Heißluftballon-Festival für ein optisches Highlight. Insgesamt 35 Ballons – 25 davon in speziellen Formen – schmückten den Himmel über dem Göreme-Tal. Begleitet wurde dieses Schauspiel von sogenannten „Night Glow“-Vorführungen, bei denen die Ballons am Boden im Takt der Musik leuchteten.
Auch abseits der Bühne ist die Unterhaltung kostenlos: Auf der Hauptbühne in Göreme treten in den kommenden Tagen türkische Pop-Größen wie Hakan Altun, Merve Özbey, Buray und Bengü auf. Parallel dazu zeigt das Güray-Museum in der Ausstellung „Die heiligen Reliquien des Osmanischen Reiches“ historische Pretiosen, während die Schau „Lebendiges Erbe: Nevşehir“ traditionelles Handwerk mit zeitgenössischer Kunst verbindet.
Kultur als verbindendes Gedächtnis
Der stellvertretende Minister für Kultur und Tourismus, Gökhan Yazgı, betonte bei der Eröffnung den nachhaltigen Wert der Veranstaltung. „Es ist nicht allein die von der Natur in Jahrmillionen geformte Schönheit, sondern die Verschmelzung mit jahrtausendealter menschlicher Arbeit, die Kappadokien einzigartig macht”, sagte Yazgı. Das Festival solle beweisen, dass nicht nur Denkmäler, sondern vor allem die gemeinsamen Erinnerungen der Besucher eine Zivilisation in die Zukunft tragen.
In Avanos wurde für Kinder ein eigenes Dorf mit traditionellen Spielen, VR-Ballon-Touren und Karagöz-Schattenfiguren eingerichtet. Die Organisatoren rechnen bis zum Abschluss am 9. August mit einem anhaltend hohen Besucherandrang.