ISTANBUL – Der Topkapı-Palast in Istanbul hat in diesem Sommer mit seinen nächtlichen Führungen fast 32.000 Besucher angezogen. Insgesamt 31.870 Menschen nahmen zwischen Juni und September an den abendlichen Rundgängen durch die ehemalige Residenz der osmanischen Sultane teil.
Die von der Präsidentschaft der Nationalpaläste organisierten Nachtführungen fanden vom 13. Juni bis zum 19. September jeden Samstag statt. Bei den insgesamt 15 Terminen kamen durchschnittlich 2.125 Besucher pro Abend.
Das Interesse nahm im Laufe des Sommers deutlich zu: Während am ersten Abend 855 Menschen den Palast besuchten, wurden am 12. September mit 2.798 Gästen die meisten Besucher gezählt – mehr als dreimal so viele wie zum Saisonauftakt.
Harem und osmanische Schätze bei Nacht
Die diesjährige Route wurde gegenüber den Vorjahren erweitert und führte durch die Innenhöfe des Palastes, den Kaiserlichen Harem, die Abteilung für Heilige Reliquien, die Schatzkammer und die Terrassen. Mehrere Bereiche waren erstmals Teil der nächtlichen Besichtigungen.
Dazu gehörten unter anderem die Gemächer der Schwarzen Eunuchen, die Höfe der kaiserlichen Frauen und Konkubinen sowie die Fliesenkunst-Galerie entlang der Mabeyn-Straße.
Im Harem konnten Besucher unter anderem den Hof der Schwarzen Eunuchen, den Kaiserlichen Saal, das kaiserliche Bad, die Privatgemächer von Sultan Murad III., den Mabeyn-Hof und die sogenannte Goldene Straße besichtigen.
Im Enderun-Hof standen weitere bedeutende Bereiche offen, darunter die Audienzhalle, die Abteilung für Heilige Reliquien, der Fatih-Pavillon und die Schatzkammer. Dort sind einige der bekanntesten Schätze des Palastes ausgestellt, darunter der Löffelmacher-Diamant, der Topkapı-Dolch und der Goldene Thron.
Zum Abschluss führte der Rundgang durch den vierten Hof und über die Terrassen. Von der Poolterrasse sowie den Terrassen des Iftar- und des Mecidiye-Pavillons konnten die Besucher den nächtlichen Blick auf Istanbul genießen.
Fast vier Jahrhunderte Zentrum des Osmanischen Reiches
Der Topkapı-Palast war fast vier Jahrhunderte lang die wichtigste Residenz und das Verwaltungszentrum der osmanischen Sultane. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmed II. wurde der Palast ab dem 15. Jahrhundert zu einem weitläufigen Komplex am Goldenen Horn und Bosporus ausgebaut.
Heute beherbergt der Topkapı-Palast ein Museum mit kaiserlichen Schätzen, religiösen Reliquien, Handschriften und historischen Räumlichkeiten. Die nächtlichen Rundgänge bieten Besuchern die Möglichkeit, Teile des jahrhundertealten Palastes außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu erleben.