Die türkische Kreuzfahrtbranche setzt ihren Wachstumskurs im Mai 2026 unvermindert fort und verzeichnet insbesondere in Istanbul eine strategische Verschiebung. Während die Passagierzahlen landesweit deutlich anziehen, hat sich die Anzahl der Reedereien, die Istanbul als Basishafen nutzen, im Vergleich zum Zeitraum 2023–2025 um 50 Prozent erhöht.
Laut den am Mittwoch von der Generaldirektion für Seeschifffahrt veröffentlichten Statistiken stieg die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die im Mai 2026 in türkischen Häfen anlegten, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,2 Prozent auf 169. Die Zahl der Passagiere kletterte um 10,8 Prozent auf 257 897.
Im kumulierten Zeitraum von Januar bis Mai 2026 wuchs die Zahl der Schiffsanläufe im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 324, wie aus den Daten weiter hervorgeht. Die Passagierzahl legte in den ersten fünf Monaten um 3,9 Prozent auf 455 580 zu. Nach dem Hafen von Kuşadası verzeichneten die Istanbuler Terminals das zweithöchste Aufkommen an Schiffen. Von den 66 Kreuzfahrtschiffen, die in diesem Zeitraum in Istanbul festmachten, nutzte ein bedeutender Teil die Stadt nicht als Zwischenstopp, sondern als Start- oder Endpunkt der Reise.
Große Reedereien wie MSC Cruises, Costa Crociere und AROYA Cruises erweitern derzeit ihre in Istanbul konzentrierten Aktivitäten. Die Entscheidung für einen Basishafen wird maßgeblich von Faktoren wie guten Fluganbindungen, einer modernen Hafeninfrastruktur, schnellen Zoll- und Passkontrollen, hohen Sicherheitsstandards und der touristischen Attraktivität des Zielgebiets beeinflusst. Istanbul kann diese Eigenschaften größtenteils gleichzeitig bieten und setzt sich damit zunehmend gegen seine Konkurrenten durch.