Istanbul räumt auf: Historische Fassaden bekommen ihren Glanz zurück

18.08.2026 – 9:18 Uhr

Istanbul. Kabelsalat, Klimaanlagen, Satellitenschüsseln und überdimensionierte Werbeschilder sollen aus dem historischen Stadtbild verschwinden: Im Istanbuler Bezirk Fatih läuft eine groß angelegte Fassadenkur für 92 Gebäude.

Betroffen sind wichtige Geschäftsstraßen wie die Fevzipaşa- und Macar-Kardeşler-Straße. In den Vierteln Akşemsettin, İskenderpaşa, Ali Kuşçu und Zeyrek entfernen Arbeiter nach und nach unerlaubte Anbauten und störende Installationen. Anschließend werden die Fassaden nach einem festgelegten Farbkonzept neu gestrichen.

21 Gebäude sind bereits fertiggestellt. Für die Eigentümer ist die Maßnahme größtenteils kostenlos.

Schluss mit dem Kabelsalat

Klimageräte, Antennen, frei verlegte Kabel und riesige Schilder prägen vielerorts das Erscheinungsbild der historischen Straßen. Damit soll nun Schluss sein.

„Wir entfernen Anbauten wie Klimaanlagen und Antennen von den Gebäuden“, erklärte Fatihs Bürgermeister Mehmet Ergün Turan. Werbeschilder sollen künftig nur noch im Erdgeschoss erlaubt und später einheitlich gestaltet werden.

Ziel sei eine aufgeräumtere und hochwertigere Geschäftsachse, auf der sich Menschen gerne aufhalten, flanieren und einkaufen.

Vorbild Fener und Balat

Die Stadt setzt dabei auf Erfahrung. In den historischen Vierteln Fener und Balat wurden bereits rund 1.000 Gebäude saniert. Nach Angaben der Stadt sorgte die Aufwertung anschließend für einen deutlichen Anstieg des Tourismus. Später folgte eine weitere Fassadenaktion mit rund 200 Gebäuden an der Büyük-Karaman-Straße.

Die Arbeiten in Fatih werden von der zuständigen Denkmalschutz- und Kontrollbehörde begleitet. Je nach Gebäude werden zudem wissenschaftliche Komitees und Denkmalschutzgremien eingebunden.

Denn Fatih ist kein gewöhnlicher Stadtteil: Der Bezirk umfasst die Historische Halbinsel Istanbuls, auf der einst sowohl das byzantinische als auch das osmanische Machtzentrum lag. Entsprechend streng sind die Vorgaben für bauliche Veränderungen.

Die Botschaft der Fassadenkur ist deshalb klar: Weniger Kabel, weniger Werbewildwuchs – mehr Istanbul.