Die türkische Millionenmetropole Istanbul hat während des Opferfests (Eid al-Adha) eine ungewöhnlich ruhige Phase erlebt. Millionen Menschen verließen die Stadt, um in ihre Heimatorte zu reisen oder Urlaub in Küstenregionen zu machen – und hinterließen eine sonst fast durchgehend überfüllte Stadt überraschend leer.
Mit mehr als 15 Millionen Einwohnern gehört Istanbul normalerweise zu den am stärksten verkehrsbelasteten Städten der Welt. Während der Feiertage sank das Verkehrsaufkommen jedoch drastisch. Bereits am ersten Feiertag wurden in den Morgenstunden nur rund 8 Prozent Verkehrsbelastung gemessen, auf der asiatischen Seite sogar nur etwa 2 Prozent und auf der europäischen Seite rund 9 Prozent.
Die deutlich geringere Auslastung wurde auch durch kostenlose öffentliche Verkehrsmittel während der Feiertage begünstigt. Viele Bewohner nutzten die Gelegenheit, um die Stadt zu verlassen, während andere die seltene Ruhe in Parks, Gärten und entlang der Küsten genossen.
Besonders beliebte Ziele waren unter anderem der Emirgan-Hain sowie die umliegenden Uferbereiche am Bosporus. Dort verbrachten Anwohner die Zeit mit Spaziergängen, Picknicks oder Angeln und nutzten das sonnige Wetter in entspannter Atmosphäre.
Einige Bewohner beschrieben die Situation als einmalige Gelegenheit, Istanbul ohne die sonst üblichen Menschenmassen zu erleben. Familien trafen sich im Freien, um die Feiertage gemeinsam zu verbringen, während andere die Ruhe bewusst zur Erholung nutzten.
Das Opferfest ist in der Türkei traditionell mit Familienbesuchen, wohltätigen Aktivitäten und dem Reisen in die Heimatregionen verbunden. Gleichzeitig führt die Feiertagsperiode jedes Jahr zu einer der größten Binnenwanderungen des Landes, wodurch Großstädte wie Istanbul für kurze Zeit deutlich entlastet werden.