Historischer Bahnhof Sirkeci in Istanbul wird zu Kultur- und Kunstzentrum umgebaut

27.06.2026 – 8:00 Uhr

Istanbuls historischer Bahnhof Sirkeci, der einst das Tor Anatoliens nach Europa war und große Migrationsbewegungen erlebt hat, steht vor einem radikalen Imagewandel. Das denkmalgeschützte Gebäude wird derzeit unter der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und Tourismus umfassend restauriert und zu einem Kunst- und Gesellschaftszentrum umfunktioniert, das ganzjährig belebt sein wird. Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy informierte sich vor Ort über den Baufortschritt und stellte die Details des ehrgeizigen Projekts vor.

Demnach bleibt der Bahnhofsbetrieb ausdrücklich erhalten, die Verkehrsfunktion soll jedoch in ein städtebauliches Gesamtkonzept eingebettet werden, das weit über einen reinen Transitort hinausgeht. Das Ziel ist ein Ort, der zu jeder Tageszeit lebt. Um die historische Silhouette der Altstadt-Halbinsel wiederherzustellen, werden störende Anbauten aus der Nachkriegszeit konsequent zurückgebaut. Im Rahmen der originalgetreuen Sanierung wird zudem die vor Jahren abgerissene Emirler-Moschee auf dem Gelände rekonstruiert.

Kernstück der Neugestaltung sind diverse Kultureinrichtungen. So soll im Hauptgebäude des Bahnhofs beispielsweise eine großzügige Bibliothek entstehen. Die ehemaligen Lagerhallen werden in Ausstellungsflächen und Theatersäle umgewandelt. Das Angebot wird durch feste Bereiche für Konzerte, Kinderaktivitäten und großflächige Aussichtsterrassen ergänzt. Die umliegenden Freiflächen werden zu einem Park- und Sozialraum umgestaltet, der die Besucher zum Verweilen einladen soll.

Auf seinem Social-Media-Kanal betonte Minister Ersoy den nachhaltigen Ansatz des Projekts. Man bewahre nicht nur die originale Architektur, sondern schaffe mit der Synthese aus Transport, Bibliothek und Galerien ein „lebendiges Kulturensemble”. „Wir bringen dieses Areal wieder zurück nach Istanbul und übergeben es künftigen Generationen als ein lebendiges Erbe, das den ganzen Tag über soziale Interaktion ermöglicht”, so Ersoy.