Nach einer drastischen Senkung des Eintrittspreises für türkische Staatsbürger ist es in Istanbul zu einem großen Besucherandrang an der historischen Basilika-Zisterne gekommen. Die Stadtverwaltung hatte den Preis auf nur 1 Lira (rund 0,022 US-Dollar) reduziert – daraufhin strömten innerhalb der ersten fünf Stunden rund 5.000 Einheimische in das unterirdische Bauwerk.
Bereits am frühen Morgen bildeten sich lange Warteschlangen vor der berühmten Sehenswürdigkeit im Stadtteil Sultanahmet, einem der bedeutendsten historischen Zentren Istanbuls.
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit einem Konflikt über die Verwaltung des Bauwerks, das an die Generaldirektion für Stiftungen übertragen werden soll. Vertreter der Stadtverwaltung sehen darin jedoch eine umstrittene Entscheidung und sprechen von einem Akt des „öffentlichen Eigentums“.
Vizebürgermeister Nuri Aslan erklärte in einer Sitzung des Stadtparlaments, die Preisreduzierung sei auch als politisches Signal zu verstehen. Die Stadt habe die Zisterne restauriert und gepflegt, werde nun aber aufgefordert, die Verwaltung innerhalb kurzer Zeit abzugeben. „So einfach ist das nicht“, sagte Aslan.
Zuvor hatte der Eintrittspreis für lokale Besucher bei 450 Lira gelegen.
Die Basilika-Zisterne gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Istanbuls. Sie wurde im 6. Jahrhundert unter dem byzantinischen Kaiser Justinian I. errichtet und diente ursprünglich als Wasserreservoir.
Mit ihren zahlreichen Marmorsäulen und der atmosphärischen Beleuchtung zählt sie heute zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt und wurde auch in Film- und Literaturproduktionen bekannt. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage umfassend restauriert und modernisiert.