Historische Bauwerke als künstliche Riffe: Türkei plant Unterwasser-Projekte

Bild: DHA
31.05.2026 – 17:00 Uhr

In der Türkei sollen künstliche Riffe entstehen, die als Nachbildungen bekannter historischer Bauwerke gestaltet sind. Ziel des Projekts ist es, marine Ökosysteme zu schützen, die Artenvielfalt zu fördern und nachhaltige Fischerei zu unterstützen.

Das Projekt wird vom Landwirtschafts- und Forstministerium umgesetzt und umfasst sowohl die westliche Provinz İzmir als auch die nordwestliche Region Edirne.

Besonders auffällig ist das Vorhaben in Edirne: Dort sollen unter Wasser mehrere Landmarken in Form von Nachbildungen versenkt werden. Geplant sind unter anderem Modelle des Edirne-Palastes, des Justizpavillons (Adalet Kasrı), der Selimiye-Moschee, der Meriç-Brücke sowie des Makedonien-Uhrturms. Die künstlichen Riffe sollen voraussichtlich im Oktober auf dem Meeresboden installiert werden.

In der Ägäis-Region rund um Karaburun, Foça und Urla in der Provinz İzmir sind zudem 250 speziell entwickelte Riffblöcke vorgesehen. Diese sollen insbesondere Lebensräume für Tintenfische und Tintenfischarten schaffen und so rund 1.000 neue Unterwasserhabitate entstehen lassen.

Die Standorte wurden zuvor durch wissenschaftliche Analysen ausgewählt, um geeignete Bedingungen für Meereslebewesen sicherzustellen. Nach der Installation sollen die Riffe regelmäßig überwacht und wissenschaftlich untersucht werden.

Neben dem ökologischen Nutzen sollen die künstlichen Riffzonen auch neue Möglichkeiten für Forschung und Tauchtourismus bieten. Ziel ist es, die Biodiversität in den türkischen Gewässern langfristig zu stärken und geschädigte Meeresräume zu regenerieren.