Empörung in Fethiye: Marina-Projekt bedroht Naturparadies Ayten Koyu

02.04.2026 – 14:00 Uhr

Im türkischen Fethiye, einer der bekanntesten Tourismusregionen des Landes, regt sich Widerstand gegen ein umstrittenes Marina-Projekt. Das geplante Bauvorhaben in der geschützten Ayten-Bucht, einem Naturjuwel, das von den Einheimischen als „unserer Schatz“ bezeichnet wird, sorgt für Aufruhr bei der Bevölkerung und Umweltschützern.

Geplant ist der Bau eines 46 Bootsanlegeplatzes, das laut Umweltgutachten (ÇED) in der geschützten Naturregion realisiert werden soll. Doch diese Ankündigung hat eine Welle der Empörung ausgelöst, da die Region, die zu den Muğla–Fethiye–Göcek-Schutzgebieten gehört und 2011 als 3. Grad Naturdenkmal eingestuft wurde, bereits mehrere Schutzstatusse genießt.

Umweltschützer schlagen Alarm

Die geplante Marina würde nicht nur den idyllischen Küstenbereich zerstören, sondern auch das angrenzende Waldgebiet gefährden. Experten warnen, dass der Bau eines kommerziellen Unternehmens in einem solch empfindlichen Gebiet irreversible Schäden verursachen könnte, insbesondere durch die Entstehung von Umweltverschmutzung. Die lokale Bevölkerung hat bereits eine „Menschenschlange“ gebildet, um gegen das Projekt zu protestieren und fordert von den Behörden, den Bau zu stoppen.

„Dieser Schatz gehört uns allen“

Einheimische und Aktivisten lehnen das Vorhaben vehement ab. „Niemand hat das Recht, diese Schönheit zu zerstören“, erklärten die Protestierenden. Sie befürchten, dass die Marina die Bucht exklusiv für private Nutzer und Unternehmen zugänglich machen wird. „Wenn sie das Projekt umsetzen, wird die Öffentlichkeit keinen Zugang mehr zu diesem Ort haben. Ayten Koyu gehört der Gemeinde, und es soll auch so bleiben“, so ein Aktivist. „Es ist ein Verrat, diese Natur zu zerstören, nur um einige wenige Menschen finanziell zu bereichern“, fügte er hinzu.

„Wir werden kämpfen!“

Onur Ugan, Vorsitzender des Göcek-Haushaltsrats, kündigte an, gegen das Projekt rechtliche Schritte einzuleiten. „Dieser Eingriff bedeutet, dass ein weiteres Stück Natur uns weggenommen wird“, sagte Ugan. „Obwohl im Projektplan keine direkten Gebäude sichtbar sind, ist klar, dass das angrenzende Waldgebiet für den Bau genutzt wird. Wir werden gegen den Bebauungsplan Einspruch einlegen und gegebenenfalls vor Gericht ziehen.“

Das umstrittene Projekt hat die gesamte Region erschüttert, und es bleibt abzuwarten, wie sich der Widerstand gegen den Bau weiter entwickelt. Doch eines ist klar: In Fethiye gibt es einen klaren Appell, die natürlichen Ressourcen zu schützen und die Schönheit der Bucht nicht der Profitgier zu opfern.