Der Lykische Weg boomt: Wandern ist die beliebteste Abenteuer-Aktivität in der Türkei

Bilder: DHA
09.03.2026 – 17:00 Uhr

Natur- und Abenteuertourismus gewinnt in der Türkei zunehmend an Bedeutung. Nach Angaben von Mikayil Köroğlu, Vorsitzender für Natur- und Abenteuertourismus beim Branchenverband Türkiye Seyahat Acentaları Birliği, steht dabei eine Aktivität klar an der Spitze: das Wandern. Besonders gefragt ist der weltbekannte Fernwanderweg Likya Yolu an der türkischen Mittelmeerküste.

Der Sektor sei international seit rund 20 bis 25 Jahren etabliert und entwickle sich auch in der Türkei seit etwa zwei Jahrzehnten dynamisch, erklärte Köroğlu. Vor allem jüngere Reisende interessierten sich zunehmend für sogenannte „Erlebnistourismus“-Angebote, bei denen aktive Naturerfahrungen im Mittelpunkt stehen.

Insgesamt gebe es in der Türkei rund 650 verschiedene Aktivitäten im Natur- und Abenteuertourismus – von Radfahren und Kanufahren über Rafting bis hin zu Berg- und Felsklettern. Besonders entlang der Ägäis- und Mittelmeerküste werden viele dieser Angebote organisiert, etwa in Regionen wie Kaş oder Marmaris. Häufig werden mehrtägige „Multi-Aktivitäts-Touren“ angeboten, bei denen Urlauber innerhalb einer Woche mehrere Sportarten ausprobieren.

Am beliebtesten bleibt jedoch das Wandern. Der rund 500 Kilometer lange Likya Yolu gilt als eine der bekanntesten Kultur- und Naturwanderstrecken der Welt und zieht jedes Jahr schätzungsweise 30.000 bis 50.000 Wanderer an.

Auf Platz zwei der beliebtesten Aktivitäten folgt das Radfahren – sowohl auf Straßen- als auch auf Mountainbike-Routen, vor allem in der Ägäis- und Mittelmeerregion sowie in Kappadokien. Danach kommen Bergsteigen, etwa auf dem Ağrı Dağı, in den Kaçkar Dağları oder im Aladağlar-Gebirge.

Auch Rafting gehört zu den gefragten Aktivitäten. Zu den wichtigsten Revieren zählen der Köprüçay bei Manavgat, der Saklıkent Kanyonu sowie der Dalaman Çayı.

Ein weiteres wichtiges Zentrum für Aktivtourismus ist das Klettergebiet Geyikbayırı bei Antalya, wo das ganze Jahr über geklettert wird und Unterkünfte häufig vollständig von internationalen Gästen belegt sind.

Nach Angaben von Köroğlu bringt Natur- und Abenteuertourismus zudem deutlich höhere Einnahmen als klassischer Pauschaltourismus. Während ein typischer All-inclusive-Urlauber pro Woche etwa 600 bis 700 Euro ausgibt, investieren Aktivtouristen für ein einwöchiges Programm häufig zwischen 2.500 und 3.000 Euro – und geben ihr Geld dabei direkt in lokalen Betrieben und Regionen aus.