Modedesigner Cemil İpekçi kritisiert Preisniveau in kommunalen Cafés von Bodrum

24.06.2026 – 15:00 Uhr

Scharfe Kritik an den Preisen der kommunalen Gastronomie in Bodrum: Der bekannte Modedesigner Cemil İpekçi hat die Preisgestaltung in den von der Stadt betriebenen Cafés öffentlich als unsozial angeprangert. In einem Video, das in den sozialen Medien verbreitet wurde und in dem er sich im „Mahfel Belediye Kafesi“ befindet, zeigt sich der langjährige Bodrum-Bewohner empört über das aktuelle Preisniveau. Konkret monierte er, dass ein Hamburger umgerechnet knapp 500 Türkische Lira (ca. 15 Euro) koste und eine Tasse Kaffee mit 80 Lira zu Buche schlage.

İpekçi, der seit Jahren in der Küstenstadt lebt, vermisst den ursprünglichen sozialen Auftrag der Einrichtungen. „Belediye-Cafés waren über Jahre hinweg soziale Räume, in denen Bürger zu erschwinglichen Preisen Zeit verbringen konnten – Orte, an denen Rentner nicht jede Lira zweimal umdrehen mussten. Gerade in Bodrum, wo die Lebenshaltungskosten unaufhörlich steigen, müssten diese Betriebe eigentlich Inseln zum Durchatmen sein“, erklärte der Modeschöpfer. Stattdessen registriert er eine Annäherung an das Preisniveau der privaten Luxusgastronomie. Der Abstand zu gewöhnlichen Restaurants sei nahezu verschwunden.

Im Zentrum der Kritik steht der Vorwurf, die Kommune entferne sich von ihrem eigentlichen Kernklientel. „Ein Hamburger für 500 Lira ist in einer städtischen Einrichtung schlicht nicht hinnehmbar. Ein Rentner, ein Student oder jemand, der mit dem Mindestlohn über die Runden kommen muss, kann solche Summen nicht stemmen. Wenn selbst die städtischen Cafés keine bezahlbare Alternative mehr bieten, wohin sollen die Leute dann gehen?“, fragte İpekçi rhetorisch.

Neben den Hauptgerichten nahm der Designer auch die Preise für Getränke ins Visier. Er kritisierte die wachsende Kluft zwischen den tatsächlichen Warenkosten und den Endpreisen: „Kaffee kostet mittlerweile 80 Lira, bald werden es vermutlich 90 sein. Natürlich müssen Personal-, Strom- und andere Betriebskosten gedeckt werden. Aber eine städtische Einrichtung ist kein profitorientiertes Privatunternehmen. Hier muss ein günstiger Service für die Bevölkerung an erster Stelle stehen.“

Sein Appell richtete sich direkt an die Stadtverwaltung. Ipekci forderte den Bürgermeister und die zuständigen Dezernenten auf, die Tarifstruktur zu überdenken und zum Prinzip der sozialen Kommune zurückzukehren. Vor dem Hintergrund der generell explodierenden Preise in Bodrum müsse die Stadt für Entlastung sorgen. „Die Preise müssen überprüft und vergünstigte Tarife für die einheimische Bevölkerung wieder eingeführt werden. Die städtischen Cafés müssen Orte bleiben, an denen sich jeder einen Platz leisten kann, ohne ständig aufs Portemonnaie schauen zu müssen.“