Nach rund zehn Jahren ungestörten Betriebs hat die Räumung eines illegal errichteten Hafens in der türkischen Touristenhochburg Bodrum begonnen. Die Anlage im Stadtteil Türkbükü bot laut Behördenangaben Platz für bis zu 100 Privatyachten.
Wie aus örtlichen Berichten hervorgeht, entstand der Hafenkomplex schrittweise um einen zunächst illegal errichteten Festmachersteg. Dieser wurde später durch sechs schwimmende Pontonanlagen erweitert. Den Yachtbesitzern wurden dafür Gebühren von umgerechnet mehreren tausend Euro pro Jahr und Liegeplatz berechnet. Erst nach einer Beschwerde leiteten die Behörden nach etwa zehn Jahren Gegenmaßnahmen ein.
Am Mittwochmorgen trafen unter Koordination des Kaymakam (Landrats) von Bodrum Einsatzkräfte von Gemeinde, Hafenbehörde, Finanzamt, Gendarmerie und Küstenwache ein. Die Mannschaften demontierten die Holzbohlen der Anlage und entfernten die Stützpfeiler mit schwerem Gerät. Die schwimmenden Pontons wurden von Schleppern abtransportiert und sollen vorerst sicher verwahrt werden.
Den Behörden zufolge wird gegen den mutmaßlichen Erbauer der Anlage ein Bußgeld in Höhe von umgerechnet 85.000 bis 140.000 Euro verhängt. Gegen die Eigentümer der sechs einzelnen Pontonanlagen sollen ebenfalls Geldstrafen verhängt werden. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Die Aktion gilt als deutliches Zeichen für ein verstärktes Vorgehen gegen illegale Bauten in den begehrten Küstenregionen der Türkei.