MUĞLA – Eine neue Entsalzungsanlage in der türkischen Ägäisprovinz Muğla soll künftig die Wasserversorgung des beliebten Urlaubsortes Bodrum sichern. Das Projekt wird jährlich rund 20 Millionen Kubikmeter Trink- und Brauchwasser bereitstellen und damit eine wichtige zusätzliche Wasserquelle schaffen.
Das von der Wasser- und Abwasserverwaltung der Großstadt Muğla (MUSKİ) umgesetzte Ekinanbarı-Entsalzungs- und Trinkwasserversorgungsprojekt setzt auf moderne Aufbereitungstechnologien. Dabei sollen salzhaltige Wasserquellen gereinigt und in hochwertiges Trink- und Nutzwasser umgewandelt werden.
Die geplante Anlage soll eine Wassermenge liefern, die dem jährlichen Verbrauch von etwa 200.000 Menschen entspricht. Damit soll vor allem die angespannte Versorgungslage in Bodrum während der Sommermonate verbessert werden, wenn die Einwohnerzahl des Ferienortes durch Millionen von Urlaubern deutlich steigt.
Professor Erdem Görgün vom Fachbereich Umweltingenieurwesen der Technischen Universität Istanbul (İTÜ) und Koordinator des Projekts bezeichnete die Investition als strategischen Schritt für die Klimaanpassung der Region.
„Das Projekt wird eine kontrollierte, zuverlässige und nachhaltige Umwandlung einer versalzten Wasserquelle in Trink- und Brauchwasser ermöglichen. Es kann als Vorbild für die gesamte Türkei dienen und gehört zu den größten Projekten dieser Art im Land“, sagte Görgün.
Anders als bei klassischen Meerwasserentsalzungsanlagen handle es sich bei der Quelle in Ekinanbarı nicht um direktes Meerwasser. Aufgrund des Salzgehalts und der Mineralstruktur könne sie mit modernen Verfahren kostengünstiger aufbereitet werden, erklärte der Wissenschaftler.
Wachsende Nachfrage in der Ferienregion
Görgün verwies darauf, dass die bisherigen Wasserressourcen Bodrums nicht ausreichen, wenn die Bevölkerung in den Sommermonaten und während längerer Ferienzeiten stark wächst.
Neben öffentlichen Projekten werden auch in der Türkei zunehmend alternative Wasserquellen geprüft. Private Unternehmen betreiben bereits Meerwasserentsalzungsanlagen, während auch große Industrieprojekte und der Flughafen Istanbul entsprechende Technologien als zusätzliche Wasserquelle vorbereiten.