Antalya – Der Vorsitzende des Reiseveranstalters Bentour, Kadir Uğur, hat eine grundlegende Reform des All-inclusive-Konzepts in der Türkei gefordert. Angesichts steigender Kosten und wachsender Urlaubspreise sei das bisherige Modell in seiner jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß.
Uğur betonte, das All-inclusive-System sei zu einem Markenzeichen des türkischen Tourismus geworden und solle nicht abgeschafft werden. Allerdings sei es in den vergangenen Jahren übertrieben worden.
„All-inclusive gehört inzwischen zum Charakter des türkischen Tourismus. Aber wir haben es übertrieben. Statt 100 verschiedener Speisen könnten auch 50 hochwertige Gerichte angeboten werden. Entscheidend sind Qualität und Geschmack, nicht die Menge“, sagte Uğur.
Nach seiner Einschätzung haben die gestiegenen Betriebskosten die Türkei zu einem vergleichsweise teuren Reiseziel gemacht. Hohe Preise für Hotels und Flüge führten dazu, dass viele Urlauber ihre Buchung hinauszögerten. Dadurch entwickle sich die Türkei erneut zu einem Ziel für Last-Minute-Reisen.
„Viele Gäste warten darauf, dass die Preise in ihr Budget passen. Andernfalls bleiben sie lieber zu Hause. Damit kehren wir zu einer Entwicklung zurück, die wir eigentlich längst überwunden hatten“, erklärte der Bentour-Chef.
Als weitere Maßnahme zur Senkung der Kosten sprach sich Uğur dafür aus, alkoholische Getränke nicht mehr grundsätzlich in All-inclusive-Angeboten einzuschließen. Stattdessen sollten Gäste nur für ihren tatsächlichen Konsum bezahlen.
„Wer Alkohol konsumiert, sollte ihn auch separat bezahlen. Das würde die Kosten der Hotels senken und die Angebote für eine größere Zielgruppe attraktiver machen“, so Uğur.
Neben einer Reform des All-inclusive-Modells kritisierte der Tourismusunternehmer auch die Preisstrategie im Kulturtourismus. Die Türkei habe Kultur- und Einkaufstourismus über viele Jahre zu günstig vermarktet und dadurch an Markenwert verloren.
Um Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden, regte Uğur einen mehrtägigen Branchengipfel mit Reiseveranstaltern, Hoteliers, Fluggesellschaften und weiteren Vertretern der Tourismusbranche an. Nur durch eine gemeinsame Strategie lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit des türkischen Tourismus langfristig sichern.