In der türkischen Provinz Antalya hat die Ernte einer ganz besonderen Frucht begonnen. Im engen Alakır-Çayı-Becken reift eine Wassermelone heran, die einen besonderen Ruf genießt: Angeblich erkundigen sich Käufer nicht nach dem Preis.
In Karacaören, einem Ortsteil von Kumluca, begannen die Produzenten in den frühen Morgenstunden mit der Ernte in den Gewächshäusern. Die Setzlinge wurden im Februar in die Erde gesetzt, und nun, nach etwa drei Monaten, sind die Früchte reif für den Verkauf. Das Besondere: Die gesamte Ernte verlässt die Region nicht. Aufgrund der geringen Anbaufläche und der begrenzten Mengen wird die Melone ausschließlich auf dem lokalen Markt in Kumluca angeboten.
Halil Çatal, der vor rund 20 Jahren als Pionier den Winteranbau dieser Frucht in dem Viertel einführte, beschreibt die Charakteristika der regionalen Spezialität. „Die Karacaören-Melone ist kernhaltig und ihr Fruchtfleisch ist rosa. Sie zergeht im Mund wie Zuckerwatte“, so der Erzeuger. Zwar sei die Schale etwas dicker, doch genau das mache die originale Beschaffenheit dieser Sorte aus. „Das gibt es nicht überall. Das ist einzigartig hier bei uns“, betont Çatal.
Das Erntefenster ist mit einem Monat äußerst knapp bemessen. Es öffnet sich um den 20. Mai und schließt bereits um den 20. Juni. In dieser Zeit wird die intensive Süße der Frucht zum entscheidenden Verkaufsargument. Çatal bringt das Phänomen auf eine griffige Formel: „Wer die Karacaören-Melone sieht, schaut nicht auf den Preis, sondern auf den Geschmack. Und wer weiß, dass es eine Karacaören-Melone ist, der fragt erst gar nicht nach dem Preis.“
Die Strategie der Bauern setzt bewusst auf Klasse statt Masse. Während veredelte Melonen einen Ertrag von acht bis zehn Tonnen pro Hektar liefern könnten, bleibt der Ertrag hier bei rund vier Tonnen. „Wir sagen: lieber süß und dafür weniger“, erklärt Çatal das Prinzip hinter der geringen, aber unter Kennern umso begehrteren Erntemenge. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit ist die Delikatesse meist schnell vergriffen und deckt lediglich die Nachfrage der eigenen Gemeinde.