(DHA) Eine Meeresschildkröte wird zum Symbol für den Blick der Türkei ins All: Die Caretta Caretta ist das offizielle Maskottchen des Internationalen Astronautischen Kongresses (IAC 2026), der vom 5. bis 9. Oktober erstmals in der Türkei stattfindet. Schauplatz ist das NEST Kongresszentrum in Belek bei Antalya.
Unter dem Motto „Vom Türkis zu den Sternen“ soll die Meeresschildkröte die Verbindung zwischen Antalya, nachhaltigem Naturschutz und der Erforschung des Weltraums verkörpern. Auf der offiziellen Kongress-Website wird dabei insbesondere auf die langen Wanderungen der Meeresschildkröten verwiesen, die nach Jahren an ihre Geburtsstrände zurückkehren.
Antalya ist wichtiges Brutgebiet
Die Küsten von Belek und Kundu gehören zu den bedeutenden Brutgebieten der Caretta Caretta im Mittelmeerraum. Der Strand von Belek ist mit einer Länge von 29,3 Kilometern der längste ausgewiesene Niststrand für Meeresschildkröten in der Türkei.
2025 wurden an den Brutstränden von Antalya sowie an der Küste von Lara-Kundu insgesamt 9.160 Nester gezählt. Aus ihnen schlüpften nach Angaben der Behörden 429.616 Jungtiere, die das Mittelmeer erreichten. Allein in Belek wurden 3.150 Nester registriert, in Side-Kızılot waren es 2.815.
Mehr als 6.000 Teilnehmer erwartet
Der IAC wird von der International Astronautical Federation (IAF) organisiert. Gastgeber ist die Türkische Raumfahrtagentur (TUA), als Co-Gastgeber beteiligt sich der Verband SAHA Istanbul. Die Veranstaltung bringt jedes Jahr mehr als 6.000 Teilnehmer aus der internationalen Raumfahrtbranche zusammen.
Für die Türkei ist es die erste Austragung des Kongresses. Auf dem Programm stehen unter anderem Fachvorträge, Diskussionen, Präsentationen und Workshops zu aktuellen Entwicklungen der Raumfahrt. Das diesjährige Kongressmotto lautet „The World Needs More Space“ – „Die Welt braucht mehr Weltraum“.
Türkei will Raumfahrtprogramm präsentieren
Industrie- und Technologieminister Mehmet Fatih Kacır, zugleich Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees, verwies auf die lange Tradition astronomischer Forschung in der Türkei. Von den Beobachtungen in seldschukischer und osmanischer Zeit bis zum Astronomen Ali Kuşçu reiche ein wissenschaftliches Erbe, das bis heute fortwirke.
Als Beispiele für die jüngsten Entwicklungen nannte Kacır unter anderem Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten sowie die erste türkische Astronauten- und Wissenschaftsmission. Auch die Ziele des Nationalen Raumfahrtprogramms – darunter Mondforschung, ein regionales Ortungs- und Zeitsystem und ein eigener Weltraumbahnhof – sollen beim Kongress eine Rolle spielen.
„IAC 2026 wird eine Plattform sein, auf der die Ziele unseres Nationalen Raumfahrtprogramms mit den Zielen der globalen Raumfahrtgemeinschaft zusammenkommen“, erklärte Kacır.
TUA-Präsident Yusuf Kıraç erwartet vom Kongress neue internationale Kontakte und langfristige Kooperationen. Die Teilnehmer und ausstellenden Unternehmen könnten sich in Antalya über die neuesten Entwicklungen der Raumfahrtbranche informieren und neue Partnerschaften knüpfen.
Raumfahrt zwischen Sicherheit und Nachhaltigkeit
Auch die Frage, wie der Weltraum künftig genutzt werden soll, gehört zu den Themen des Kongresses. SAHA-Istanbul-Präsident Haluk Bayraktar betonte die wachsende Beteiligung verschiedener Länder und Organisationen an der Raumfahrtwirtschaft. Dabei gehe es auch um die sichere, zugängliche und friedliche Nutzung des Weltraums.
Diskutiert werden sollen unter anderem Raumfahrtsicherheit, neue Formen der Exploration und die ethischen Folgen von Aktivitäten außerhalb der Erde. Ziel sei es, durch den Austausch zwischen Ländern und Organisationen neue Kooperationen zu fördern und die Chancen der Raumfahrt auch für kommende Generationen zu erhalten.
Gala im antiken Theater von Aspendos
Zum Abschluss des Kongresses wartet auf die Teilnehmer ein besonderer Veranstaltungsort: Die Gala findet am 9. Oktober im antiken Theater von Aspendos im Bezirk Serik statt.
Damit treffen bei der Abschlussveranstaltung zwei Welten aufeinander, die auch das Maskottchen des Kongresses symbolisieren soll: die jahrtausendealte Geschichte und Natur Antalyas und der Blick in die Zukunft der internationalen Raumfahrt.