Sie sprechen fließend Englisch, kennen jede Arkade und wissen, was der Mihrab bedeutet – und das, obwohl sie noch zur Schule gehen. Im Rahmen des sogenannten Vahid-Projekts haben 24 freiwillige Jugendliche in Antalya, Türkei, innerhalb eines Monats 613 ausländische Besucher durch historische Moscheen geführt. Die Bilanz wurde nun bei einem Treffen in der Şehzade-Korkut-Moschee gezogen.
Die Schülerinnen und Schüler, die aus sieben verschiedenen Gymnasien der Mittelmeermetropole ausgewählt wurden, sind an drei ikonischen Bauwerken der Altstadt im Einsatz: der Şehzade-Korkut-Moschee, der Tekeli-Mehmet-Paşa-Moschee und der Moschee mit dem markanten Yivli-Minarett. In englischer Sprache erläutern sie den oft ahnungslosen Urlaubern nicht nur die osmanische Baukunst, sondern vermitteln auch Grundwissen über den Islam.
Das vom Provinz-Muftiat gestartete Projekt verfolgt ein doppeltes Ziel. Einerseits soll es den interkulturellen Dialog fördern und Vorurteile abbauen, andererseits dient es den Jugendlichen als praxisnahes Sprachlabor. An der jüngsten Evaluierung nahmen neben den Schülern auch der Prediger Fatih Tunç sowie die stellvertretenden Provinz-Muftis Talat Özmet und Şeyda Emine Yılmaz teil. Die Rückmeldungen der Touristen seien durchweg positiv gewesen. Die Behörde prüft nun eine Ausweitung des Programms, das sich als unerwarteter Beitrag zum boomenden Glaubenstourismus in Antalya entpuppt – einer Stadt, deren historische Gebetshäuser ohnehin auf der Laufroute von Millionen Urlaubern liegen.