Die Mittelmeermetropole Antalya, eines der wichtigsten Tourismus- und Landwirtschaftszentren der Türkei, hat innerhalb von nur 40 Tagen so viel Regen verzeichnet wie im gesamten Vorjahr.
Nach offiziellen Angaben fielen in einem rund einmonatigen Zeitraum etwa 550 Kilogramm Niederschlag pro Quadratmeter – exakt so viel wie im gesamten vergangenen Jahr. Seit Anfang Januar bestimmen teils heftige und anhaltende Regenfälle das Wettergeschehen in der Region.
Der regionale Meteorologiedirektor Murat Ayvazoğlu erklärte, die Niederschläge hätten zeitweise extreme Intensität erreicht. Gleichzeitig lagen die Temperaturen über den saisonalen Durchschnittswerten, was die Auswirkungen der starken Regenfälle zusätzlich verschärfte.

Überschwemmungen und Erdrutsche
Die außergewöhnliche Wetterlage führte in mehreren Bezirken, insbesondere in Alanya, zu schweren Überschwemmungen. Heftige Regenfälle und Stürme setzten Wohnhäuser, landwirtschaftliche Flächen und Betriebe unter Wasser. In einigen Stadtteilen mussten Schulen vorübergehend geschlossen werden.
Am Dim-Staudamm (Dim Dam) erreichte der Wasserstand kritische Werte, sodass kontrolliert Wasser über die Überläufe abgelassen wurde. Bewohner von Erd- und Kellergeschossen wurden vorsorglich evakuiert und mit Bussen in öffentliche Notunterkünfte gebracht.
Mehrere Flüsse, darunter der Dim Çayı (Dim River), der Oba Çayı (Oba Stream) sowie der Köprüçay River, traten über die Ufer. Picknickplätze, Straßen und landwirtschaftliche Nutzflächen wurden beschädigt.

Schäden in Landwirtschaft und Infrastruktur
Nach ersten Erhebungen wurden 5.773 Dekar landwirtschaftliche Nutzfläche sowie 550 Dekar Gewächshausflächen beschädigt. Überschwemmungen betrafen 44 Wohnhäuser und Arbeitsstätten, drei Forellenzuchten sowie 20 evakuierte Häuser. Zudem wurden 35 Tonnen Zuchtfisch vernichtet, Nutztiere kamen ums Leben, und an 14 Stellen entstanden Schäden an Straßen und Brücken.
Im Bezirk Serik retteten Einsatzkräfte 27 Hunde, die von den Fluten eingeschlossen waren.
Weitere Regionen betroffen
Als sich das Sturmsystem weiter nach Westen verlagerte, kam es auch in Muğla zu schweren Überschwemmungen. Weiter nördlich trat in Aydın erneut der Büyük Menderes River über die Ufer. Im Bezirk İncirliova wurden landwirtschaftliche Flächen überflutet.
Teams der staatlichen Wasserbehörde beseitigten unter Brücken angesammelte Trümmer, um den Wasserabfluss zu verbessern. Behörden riefen die Bevölkerung im Südwesten der Türkei eindringlich dazu auf, offizielle Warnungen zu beachten und Vorsichtsmaßnahmen gegen Überschwemmungen und Erdrutsche zu treffen.