Trotz Waldbrandgefahr: Grillverbot in Antalyas Wäldern vielerorts missachtet

03.08.2026 – 15:00 Uhr

In Antalya, der waldreichsten Provinz der Türkei, sind trotz verschärfter Verbote und hoher Geldstrafen deutliche Anzeichen für einen sorglosen Umgang mit der akuten Waldbrandgefahr zu beobachten. Obwohl in Wäldern und in einem Umkreis von vier Kilometern jegliches Feuer strengstens untersagt ist, missachten einige Bürger diese Regeln offen. Sie veranstalten Grillfeste direkt unter Bäumen, lassen glühende Kohle zurück und ignorieren dabei sowohl das Bußgeld in Höhe von 3.782 Lira als auch die Strafe in Höhe von 8.700 Lira für das Wegwerfen von Müll.

Besonders brisant: Selbst unmittelbar neben Warnschildern, die in großen Buchstaben vor Waldbränden mahnen und das Entzünden von Feuer per Bildsymbolen verbieten, wurden mit Steinen notdürftige Grillplätze errichtet. In einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Gökdere im Bezirk Konyaaltı zeigten sich Dutzende solcher Hinterlassenschaften. Ausgebrannte Kohlereste, liegengelassene Kohlesäcke sowie achtlos in die Landschaft geworfene Plastikflaschen und Glasscherben säumen den Waldboden.

Die Kombination aus Unachtsamkeit und der brisanten Trockenheit macht die Situation gefährlich: Glasscherben, die im Sommer wie Brenngläser wirken können, verteilen sich auf den leicht entzündlichen Kiefernnadeln. Laut Behörden entstehen rund 95 Prozent der Feuer durch Fahrlässigkeit und mangelnde Vorsicht.

Die Provinz Antalya verfügt über 1.177.241 Hektar Wald, was rund 53 Prozent ihrer Fläche und etwa fünf Prozent der gesamten türkischen Waldgebiete entspricht. Seit dem 1. Mai gilt per Generalerlass ein striktes Betretungsverbot für nicht freigegebene Waldstücke sowie ein Feuerverbot in erlaubten Picknickzonen zwischen 21:00 Uhr und 08:30 Uhr. Laut Statistiken der regionalen Forstdirektion sind allein 41,79 Prozent der jüngsten Brände auf illegales Feuermachen, Alkoholkonsum und Grillaktivitäten zurückzuführen.