Ein Wasserfall, ein smaragdgrüner Bergsee und eine jahrhundertealte Legende locken derzeit zahlreiche Besucher auf die Gömbe-Hochebene im türkischen Landkreis Kaş. Die Naturattraktionen Uçarsu-Wasserfall und Yeşilgöl gelten als zwei der beeindruckendsten Ausflugsziele im westlichen Taurusgebirge.

Am Fuße des Akdağ, des zweithöchsten Berges der westlichen Tauruskette, stürzt der Uçarsu-Wasserfall rund 50 Meter in die Tiefe. Gespeist wird er von Gebirgsquellen und dem benachbarten Yeşilgöl. Das Wasser fließt durch ein kilometerlanges Tal bis zum Çayboğazı-Stausee und erreicht selbst im Hochsommer nur etwa 12 Grad Celsius.
Seinen Namen verdankt der Wasserfall dem feinen Sprühnebel, der das herabstürzende Wasser wie schwebende weiße Wolken erscheinen lässt. Der unmittelbar daneben gelegene Yeşilgöl fasziniert Besucher mit seinem intensiv smaragdgrünen Wasser und der spektakulären Lage zwischen den Bergen.

Neben seiner landschaftlichen Schönheit ist der Uçarsu-Wasserfall auch eng mit einer regionalen Legende verbunden. Der Überlieferung zufolge soll der anatolische Mystiker Abdal Musa die Gegend gesegnet haben, nachdem ihm eine junge Hirtin ihr einziges Stück Brot geteilt hatte. Seitdem, so heißt es, fließe das Wasser im Sommer in Richtung der Gömbe-Hochebene und im Winter in Richtung Seydikemer. In der alevitischen Glaubenstradition gilt der Wasserfall deshalb als heiliger Ort.
Viele Besucher kommen immer wieder in die Region. „Das ist ein Tal wie aus dem Paradies. Dieses Jahr ist alles wunderbar grün, die Luft und der Sauerstoff sind einfach einzigartig“, sagte ein Ausflügler aus der Provinz Mersin, der den Wasserfall bereits mehrfach besucht hat.