Mit Beginn der Tourismussaison an der Türkischen Riviera haben die Strandbetriebe ihre Vorbereitungen für den erwarteten Besucheransturm zum bevorstehenden, neuntägigen Opferfest abgeschlossen. Die Kalkulation für einen komfortablen Strandtag mit Service offenbart eine zunehmende finanzielle Belastung: Wer Liege, Schirm und gastronomische Versorgung eines privaten Strandclubs in Anspruch nimmt, muss mit Ausgaben von rund 1.500 Türkischen Lira (rund 28,37 Euro) pro Tag rechnen.
Die Preislandschaft entlang der Küste präsentiert sich dabei ausdifferenziert. Private Konzessionäre berechnen für die Basisausstattung aus Sonnenliege und Schirm je nach Lage und Renommee zwischen 400 und 800 Lira, während die Einrichtungen der Großstadtkommune mit vergleichsweise moderaten 300 Lira liegen. Für luxuriösere Bettliegen zahlen Komfortsuchende sogar zwischen 1.000 und 2.000 Lira. Wer diese Preise scheut, dem bleibt der Zugang zum Meer jedoch unbenommen. Öffentliche Strandabschnitte stehen kostenlos zur Verfügung, bieten aber keinerlei Infrastruktur. Besucher sind dort auf mitgebrachte Handtücher und Sonnenschirme angewiesen.
Ergün Kayaaltı, ein langjähriger Strandbetreiber, bestätigte die stabilen Preisverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr. „Unsere Liegen kosten zwischen 400 und 500 Lira. Inklusive Verpflegung kommt ein Gast auf etwa 1.500 Lira am Tag”, erklärte er. Die verlängerten Feiertage bewertet der Unternehmer positiv: „Die neun Tage Urlaub sind für uns Betreiber hervorragend, zumal auch stabile Wetterbedingungen prognostiziert sind.“ Kayaaltı unterstrich zudem die Zugänglichkeit der Küste: „Die Strände gehören allen. Man kann einfach sein Handtuch hinlegen und das Meer genießen – völlig kostenfrei.“ Wer sich hingegen für die kostenpflichtigen Clubs entscheidet, dem werden ein familienfreundliches Ambiente, Musik und verschiedenste Aktivitäten geboten.
Branchenkollege Fatih Ardil wies darauf hin, dass trotz hoher Inflation und internationaler Nachfrage keine Tarife in Fremdwährung existierten. „Es gibt keine Dollar- oder Euro-Preise. Die Schirm- und Liegengebühren bewegen sich je nach Qualität und Service der Anlage zwischen 400 und 800 Lira“, so Ardil. Er veranschlagt einen Tag am bewirtschafteten Strand mit Gesamtausgaben zwischen 1.500 und 2.000 Lira. Künftig plane man jedoch, ein verpflichtendes Mindestverzehrkonzept einzuführen, bei dem die Liegenmiete sowie Speisen und Getränke in einem Paket gebündelt sind. Von überteuerten Fantasiepreisen könne jedoch keine Rede sein, schließlich sei Antalya eine Weltstadt, die verschiedenen Einkommensschichten gerecht werden müsse.
Die Branche nutzt die Gelegenheit, um auf strukturelle Defizite hinzuweisen. Insbesondere die berühmte Konyaaltı-Küste bedürfe einer Aufwertung durch modernere, hochwertigere Betriebe. „Nur Liege und Schirm ist kein zeitgemäßes Tourismusverständnis“, kritisierte Ardil und forderte von den Behörden mehr Spielraum, um das Dienstleistungsangebot ausbauen zu können.