Tourismus in Antalya boomt – doch ein Tourismusverband warnt vor unsichtbarer Gefahr

Bild: DHA
18.08.2026 – 8:00 Uhr

Antalya. Die türkische Ferienregion Antalya hat nach einem schleppenden Saisonstart im Hochsommer deutlich an Fahrt aufgenommen. Für Juli und August meldet die Branche hohe Auslastungen. Gleichzeitig warnt der Chef des Tourismusverbands KETAV vor einem Problem, das für die gesamte Mittelmeerregion zur Gefahr werden könnte: Mikroplastik im Meer.

Volkan Yorulmaz, Vorsitzender des Kemer and Surroundings Promotion Foundation (KETAV), sagte, die Saison habe zunächst schwierig begonnen. Besonders April, Mai und Juni seien von einer spürbaren Flaute geprägt gewesen. Seit Juli habe sich die Lage jedoch deutlich verbessert.

Im August seien die großen Hotels inzwischen nahezu vollständig ausgelastet. Trotzdem rechnet Yorulmaz für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Besucherzahlen in Antalya von rund zehn Prozent.

COP31 soll für zusätzlichen Schub sorgen

Für September und Oktober erwartet der Tourismusvertreter keine größeren Probleme. Auch der November könnte dank eines internationalen Großereignisses noch einmal für volle Hotels sorgen.

In Antalya findet im November die COP31-Klimakonferenz statt. Vor allem in den Regionen Kundu, Lara und Belek sei bereits eine erhöhte Nachfrage zu beobachten.

Yorulmaz erwartet, dass die hohe Auslastung dieser Gebiete anschließend auch auf andere Regionen und Märkte ausstrahlen könnte. Bis November rechne er deshalb weiterhin mit einer guten Tourismussaison.

„Unser größter Wert ist das Meer“

Doch die größte Sorge des Tourismusverbands liegt nicht bei den Buchungszahlen, sondern im Meer.

Das Mikroplastik-Problem im Mittelmeer müsse dringend angegangen werden, warnte Yorulmaz. Das Meer sei schließlich das wichtigste Kapital der türkischen Tourismusregionen.

„Wenn man das Meer herausnimmt, verschwindet unser größtes Argument“, so Yorulmaz sinngemäß.

Besonders problematisch sei, dass die Verschmutzung nicht dauerhaft sichtbar sei. Mikroplastik trete teilweise nur an einzelnen Tagen auf und verschwinde anschließend wieder – unter anderem abhängig von den Meeresströmungen.

Warnung vor Folgen für den Tourismus

Yorulmaz sieht darin längst kein lokales Problem mehr. Die Verschmutzung betreffe alle Mittelmeeranrainer und könne letztlich auch den internationalen Tourismus treffen.

Seine Warnung fällt drastisch aus: Wenn das Problem anhält, könnte der Tourismus massiv beeinträchtigt werden.

Das Thema ist inzwischen auch in der türkischen Politik angekommen und wurde ins Parlament getragen. Nach Einschätzung Yorulmaz’ seien Ursache und mögliche Maßnahmen grundsätzlich bekannt. Nun müssten die zuständigen Behörden schnell handeln.

Denn für Antalya gilt: Volle Hotels sind wenig wert, wenn das Meer vor der Haustür seine Anziehungskraft verliert.