Tornados und Unwetter fegen über Antalya – Schäden von bis zu 300 Millionen Lira

Bild: DHA
08.02.2026 – 17:00 Uhr

Heftige Unwetter haben in der vergangenen Woche große Teile der landwirtschaftlichen Anbauflächen in der türkischen Provinz Antalya schwer getroffen. Starker Regen, Sturm, Hagel und mehrere Tornados richteten insbesondere in den Küstenregionen massive Schäden an. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Antalya (Ziraat Mühendisleri Odası) wurden mehr als 6.000 Dekar landwirtschaftlicher Fläche zerstört, der finanzielle Schaden beläuft sich auf schätzungsweise 200 bis 300 Millionen Türkische Lira.

Besonders betroffen sind Regionen mit intensiver Gewächshausproduktion wie Kaş, Demre, Kumluca, Finike, Serik, Aksu und Gazipaşa. Zahlreiche Gewächshäuser wurden durch Sturm und Tornados zerstört, Kunststoffabdeckungen zerrissen. Auch Feldkulturen und Produkte wie Paprika und Tomaten erlitten erhebliche Verluste.

Die Vorsitzende der Landwirtschaftskammer Antalya, Ebru Kaçın, erklärte, dass die Schadensfeststellungen durch die Bezirkslandwirtschaftsämter und die TARSİM-Versicherungsexperten weiterhin andauern. Ähnliche Schäden seien in den vergangenen vier bis fünf Jahren zunehmend häufiger aufgetreten.

„Wir haben uns fast schon an Tornados, Überschwemmungen und Hagel gewöhnt – doch für die Produzenten ist jede dieser Katastrophen eine enorme Belastung“, sagte Kaçın. Derzeit gehe man davon aus, dass rund 6.000 Dekar betroffen seien, möglicherweise sogar mehr.

Allein in der Region Kumluca seien etwa 3.000 Dekar beschädigt worden, weitere 1.500 Dekar in Aksu. Gerade in diesen beiden Gebieten sei der Schaden besonders gravierend. Kaçın betonte, dass die Gewächshauslandwirtschaft zwar größtenteils privat organisiert sei, ihre Bedeutung für das nationale Einkommen jedoch enorm sei. „Wir sind ein Agrarland. Landwirtschaft ist das Fundament unserer Wirtschaft“, sagte sie.

Angesichts der zunehmenden Wetterextreme forderte Kaçın langfristige und dauerhafte Lösungen. Nach Sturm und Tornado seien viele Gewächshäuser vollständig unbrauchbar, die Tragkonstruktionen zerstört und Ernten verloren. Einzelne Landwirte könnten diese Verluste nicht allein bewältigen. Sie plädierte daher für die Einrichtung eines speziellen Fonds oder staatlicher Absicherungsmechanismen, um Landwirten im Katastrophenfall einen schnellen Wiederaufbau zu ermöglichen. Dies sei auch entscheidend, um junge Menschen weiterhin für den Beruf zu gewinnen.

Nach aktuellen Berechnungen liegen die Kosten für ein Gewächshaus pro Dekar zwischen 800.000 und 1,5 Millionen Lira. Je nach Region seien entweder sowohl die Gewächshäuser als auch die Ernte oder nur die Erträge beschädigt worden. Insgesamt werde der Schaden derzeit auf 200 bis 300 Millionen Lira geschätzt.

Meteorologischen Daten zufolge fiel der stärkste Niederschlag innerhalb von 24 Stunden im Bezirk Aksu mit 190 Kilogramm pro Quadratmeter – der höchste Wert in der gesamten Türkei. Es folgten Muratpaşa (185,4 kg), Kepez (156,8 kg), Kemer (127,2 kg), Serik (110 kg) und Manavgat (92,3 kg).