Schwere Unwetter mit Starkregen, Sturm und Tornados haben in der Provinz Antalya massive Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Besonders betroffen sind Gewächshausregionen wie Kaş, Demre, Kumluca, Finike, Kemer, Serik, Aksu, Manavgat, Alanya und Gazipaşa. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Gesamtschaden auf bis zu drei Milliarden Türkische Lira.
14.000 Hektar betroffen
Wie Ebru Kaçın, Vorsitzende der Landwirtschaftsingenieure in Antalya, erklärte, wurden bislang bei 2.519 Landwirten Schäden auf rund 14.000 Hektar festgestellt. Ein Teil der Flächen betrifft Gewächshäuser, ein anderer Freilandkulturen.
Allein die bisher erfassten Schäden in Gewächshäusern und Obstgärten summieren sich auf rund eine Milliarde Lira. Weitere 500 Millionen Lira wurden von der staatlichen Agrarversicherung TARSİM dokumentiert. Da die Schadensaufnahme noch nicht abgeschlossen ist, rechnen Experten mit einer Gesamtsumme von bis zu drei Milliarden Lira.
Viele Anlagen unzugänglich
In zahlreichen überfluteten Gewächshäusern stehen Schlamm und Wasser noch immer so hoch, dass Gutachter sie nicht betreten können. „Teilweise kann man die Anlagen noch nicht einmal sicher betreten“, so Kaçın. Die vollständige Schadensbewertung dürfte weitere 20 bis 25 Tage in Anspruch nehmen.
Ernte kaum noch verwertbar
Besonders gravierend sind die Folgen für Tomaten- und Paprikaproduzenten. Durch die langanhaltende Nässe breiten sich Krankheitserreger aus, viele Pflanzen sind abgestorben oder schwer geschädigt.
Die Qualität der Ernte hat massiv gelitten: Exportware sei nicht mehr möglich, die Haltbarkeit stark eingeschränkt. Ein Großteil der Produkte könne nur noch industriell – etwa zur Verarbeitung zu Tomatenmark – genutzt werden.
Landwirte kämpfen mit den Folgen
Der Tomatenproduzent İsa Rüzgar aus dem Bezirk Aksu schilderte dramatische Szenen: Innerhalb weniger Stunden lief seine Anlage vollständig voll Wasser. Fünf Pumpen waren nötig, um die Fluten innerhalb von 24 Stunden abzuleiten. Zahlreiche Pflanzen seien dennoch abgestorben.
„Diese Produkte sind praktisch Müll“, sagte der Landwirt. Teilweise müsse die Ernte mühsam über Dutzende Meter getragen werden, da Wege unpassierbar seien.
Forderung nach schnellerer Hilfe
Die Landwirtschaftsvertreter fordern nun Anpassungen bei den Versicherungsleistungen. Insbesondere solle geprüft werden, ob im Fall von Überschwemmungen schneller finanzielle Unterstützung ausgezahlt werden könne, damit Betriebe umgehend Maßnahmen zur Wasserableitung ergreifen können.
Die Region Antalya zählt zu den wichtigsten Zentren des türkischen Gewächshausanbaus – entsprechend schwer wiegen die wirtschaftlichen Folgen der jüngsten Unwetterserie.