Die imposanten Steilküsten von Antalya sorgen erneut für heftige Diskussionen. Ein Bericht des Stadtrats von Antalya fordert, die Felsen vor dem bekannten Karaalioğlu Parkı wieder unter den höchsten Naturschutzstatus zu stellen. Besonders kritisiert werden illegale oder umstrittene Bauten an mehreren Strand- und Hotelanlagen.
Im Fokus stehen die Bereiche vor dem Adalar Plajı, dem Perge Hotel und dem Ramada Plaza Antalya. Laut Bericht wurden dort Stahlkonstruktionen, Plattformen, Holzverkleidungen, Betonflächen und sogar Tunnelanlagen in die geschützten Felsen gebaut.
Die Experten argumentieren, dass sich die Natur schnell selbst regenerieren könne, wenn diese Eingriffe entfernt würden. Wörtlich heißt es, die Steilküste werde nach dem Abriss „innerhalb kurzer Zeit wieder ihr natürliches Erscheinungsbild zurückerlangen“.
Besonders brisant: Das rund 69.000 Quadratmeter große Gebiet stand seit 1991 unter strengstem Schutz als Natur-SIT-Gebiet ersten Grades. Mit einer neuen Entscheidung vom April 2026 wurde der Schutzstatus jedoch teilweise herabgestuft. Große Teile gelten nun nur noch als „qualifiziertes Naturschutzgebiet“, wodurch Eingriffe leichter möglich werden.
Der Bericht kritisiert diese Entscheidung scharf. Die Felsenlandschaft sei in weiten Teilen unberührt und erfülle höchste wissenschaftliche, ökologische und ästhetische Kriterien. Mit Ausnahme von drei stark veränderten Bereichen sei die natürliche Struktur vollständig erhalten geblieben.
Vor allem beim Perge Hotel und dem Ramada Hotel werfen die Gutachter schwere Fragen auf. Bereits 2020 hatte die zuständige Naturschutzkommission Strafanzeigen sowie baurechtliche Schritte gefordert. Dennoch wurden laut Bericht weitere Genehmigungen und Vorverträge für Nutzungen vorbereitet.
Besonders das Ramada-Areal sorgt für Kritik: Dort seien ein Tunnel durch den Felsen, Stahlterrassen sowie ein rund 500 Quadratmeter großer Pool direkt an der Küstenkante entstanden – Maßnahmen, die laut Experten in einem streng geschützten Naturgebiet „niemals akzeptabel“ seien.
Der Stadtrat fordert nun, sämtliche künstlichen Eingriffe zurückzubauen und die gesamte Felsenküste wieder als „Kesin Korunacak Hassas Alan“ – also als absolut geschütztes sensibles Naturgebiet – auszuweisen.