Sonne, Strand und sechs Meter Schnee: Antalya zwischen Sommerflair und Winterchaos

Bild: DHA
15.05.2026 – 10:00 Uhr

Während sich Antalya an der türkischen Riviera auf die Sommersaison vorbereitet, laufen in den Hochlagen der Provinz weiterhin massive Schneeräumungen. Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Am berühmten Konyaaltı-Strand werden Duschen, Umkleidekabinen und Rettungstürme für Urlauber geschniegelt, während sich im 2.500 Meter hoch gelegenen Göktepe-Plateau meterhohe Schneewände auftürmen.

Die Stadtverwaltung von Antalya bringt derzeit die acht Kilometer lange Strandpromenade von Konyaaltı auf Hochglanz. Teams erneuern kostenlos nutzbare Einrichtungen wie Toiletten, Duschen und Umkleiden und kümmern sich zudem um Geländer, Spielplätze, Strandmauern und Beleuchtungssysteme. Ziel ist es, die beliebte Ferienmetropole rechtzeitig für den erwarteten Besucheransturm fit zu machen.

Doch parallel dazu kämpfen Einsatzkräfte in den Bergen gegen gewaltige Schneemassen. In den Hochlagen des Bezirks Akseki, insbesondere rund um die Göktepe-Yaylası, versperren teils über sechs Meter hohe Schneedecken noch immer die Wege zu den Sommerweiden. Die Räumfahrzeuge arbeiten mit Hochdruck daran, die Zufahrten für Hirten, Imker und Viehzüchter wieder passierbar zu machen.

Betroffen sind unter anderem die Weidegebiete der Orte Saraçlı, Ahmetler, Belenobası und Karavca. Für die dort lebenden Yörük-Nomaden ist die Öffnung der Wege von entscheidender Bedeutung: Mit Mitte Mai beginnt traditionell die Saison auf den Hochweiden – insbesondere Imker sind auf den frühen Zugang angewiesen, um gute Erträge zu erzielen.

„So viel Schnee habe ich in 20 Jahren nicht erlebt“, sagt Mehmet Doğru, Ortsvorsteher von Saraçlı. Normalerweise beginne die Schneeräumung Mitte Mai, doch in diesem Jahr seien die Massen außergewöhnlich. Seit November seien die Wege unpassierbar gewesen.

Auch Hasan Hüseyin Coşar, Ortsvorsteher aus Gençler, spricht von einem historischen Winter: „Ich bin 77 Jahre alt und habe noch nie so starke Schneefälle gesehen.“

Nach Abschluss der Räumarbeiten sollen die Gebirgsstraßen stabilisiert und instand gesetzt werden, damit die Menschen und Tiere sicher auf die Hochweiden gelangen können.