Antalya – Archäologen haben bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Aspendos in der Provinz Antalya eine außergewöhnlich seltene Mosaikdarstellung eines Flussgottes freigelegt. Nach Angaben des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums zählt das Motiv zu den seltensten bekannten Darstellungen dieser Art in der antiken Mosaikkunst.
Der Fund wurde im östlichen Bereich der Theaterstraße gemacht, die die Akropolis mit dem berühmten antiken Theater von Aspendos verbindet. Zwischen dem Platz und der östlichen Stadtmauer stießen die Forscher auf ein etwa sechs mal 25 Meter großes Bauwerk mit aufwendigem Mosaikboden.

Ersten Untersuchungen zufolge wurde die Anlage Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus als Wasserbecken errichtet. Das bislang freigelegte Mosaik erstreckt sich über eine Fläche von rund sechs mal 7,5 Metern, dürfte sich jedoch noch weit über die bislang ausgegrabenen Bereiche hinaus fortsetzen.
Im Mittelpunkt des figürlichen Mosaikfeldes befindet sich eine Darstellung des „jungen Eurymedon“, der als Flussgott den antiken Eurymedon-Fluss symbolisiert, der einst die Lebensader von Aspendos war. Aufgrund ikonografischer Merkmale und vergleichbarer Funde konnten die Wissenschaftler die Figur eindeutig identifizieren.
Der Flussgott ist mit Schilfblättern dargestellt und lehnt an einer Amphore, aus der Wasser fließt – ein klassisches Symbol für Fruchtbarkeit, Wohlstand und die lebensspendende Kraft des Wassers. Ergänzt wird die Szene durch mehrere Fische, die den Fluss durchschwimmen und die Darstellung besonders lebendig wirken lassen.

Nach Einschätzung von Experten besitzt der Fund sowohl wissenschaftlich als auch kulturell einen hohen Wert. Die außergewöhnliche Qualität der Ausführung, feine Farbübergänge sowie die seltene Motivwahl liefern neue Erkenntnisse über die Mosaikkunst im römischen Anatolien.
Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy bezeichnete die Entdeckung als bedeutenden Beitrag zur Erforschung der römischen Kunstgeschichte Anatoliens. Die Darstellung des Flussgottes gehöre zu den seltensten Motiven der antiken Mosaikkunst und verdeutliche die kulturelle Bedeutung von Aspendos in der Römerzeit.