Schildkröten-Nachwuchs schlüpft in Antalya: Tausende Caretta-caretta-Babys erreichen das Mittelmeer

Bilder: DHA
28.07.2026 – 17:00 Uhr

(DHA) Antalya – An den Stränden der türkischen Mittelmeerküste hat die Schlüpfzeit der gefährdeten Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) begonnen. Am Strand von Belek, dem größten Nistgebiet der Art im Mittelmeerraum, verlassen derzeit täglich zahlreiche Jungtiere ihre Nester und machen sich auf den Weg ins Meer.

Die Mittelmeerküste der Türkei zählt zu den wichtigsten Nistgebieten der auf der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) geführten Meeresschildkrötenart. Insgesamt gibt es in der Türkei 21 geschützte Niststrände. Der rund 29,5 Kilometer lange Strand von Belek gilt dabei als das größte Nistgebiet im Mittelmeer.

 

 

Seit 1994 läuft in Belek ein Schutzprojekt für die Meeresschildkröten, das von der Naturschutzorganisation EKAD mit Unterstützung der Generaldirektion für den Schutz natürlicher Lebensräume sowie des Tourismusverbandes BETUYAB durchgeführt wird. Nach Angaben der Projektverantwortlichen konnten seit Beginn des Programms mehr als 1,5 Millionen Jungtiere sicher ins Meer gelangen.

„Die Nistsaison beginnt jedes Jahr im Mai. In diesem Jahr wurden in der Region Belek bereits mehr als 2.200 Nester gezählt“, sagte EKAD-Vorsitzender Dr. Ali Fuat Canbolat. Die Zahl könnte bis zum Ende der Saison auf über 2.500 steigen. Vor rund zehn Tagen habe die Schlüpfphase begonnen. Aus etwa 100 Nestern seien bereits 4.000 bis 5.000 Jungtiere geschlüpft und ins Meer gelangt.

Während die Jungtiere bereits schlüpfen, legen die erwachsenen Weibchen weiterhin Eier. Die Eiablage dauert voraussichtlich noch bis Ende Juli an, vereinzelt auch bis Anfang August. Die Schlüpfzeit der Jungtiere wird sich bis Ende September fortsetzen.

 

 

Naturschützer warnen jedoch vor mehreren Gefahren für die empfindlichen Brutgebiete. Besonders problematisch seien Fahrzeuge, die nachts auf den Strand fahren. Das Gewicht der Fahrzeuge verdichte den Sand und erschwere den Jungtieren den Weg aus den Nestern. Auch Müll und zerbrochene Glasflaschen stellten eine Gefahr für Tiere und Menschen dar.

Ein weiteres Problem sei die Zerstörung der natürlichen Schilfbestände entlang der Küste. Diese schirmen künstliche Lichtquellen im Hinterland ab und helfen den frisch geschlüpften Schildkröten, sich am natürlichen Licht über dem Meer zu orientieren. Werden die Schilfflächen abgebrannt, könne künstliches Licht die Jungtiere in die falsche Richtung locken.

Auch der langjährige Freizeitangler Mehmet Gökbulut beobachtet die Schildkröten seit vielen Jahren an den Stränden von Boğazkent. Nach seinen Angaben verirren sich manche Jungtiere durch künstliche Lichtquellen landeinwärts. Gemeinsam mit Freiwilligen des Schutzprojekts werde darauf geachtet, die Tiere möglichst ohne direkten Körperkontakt zurück in Richtung Meer zu bringen. Zudem appellierte er an Behörden und Strandbesucher, die Zufahrt von Fahrzeugen zu den Stränden konsequent zu verhindern und keinen Müll oder Glas zurückzulassen.