(DHA) Eine junge Grüne Meeresschildkröte ist vor der türkischen Mittelmeerküste mit einem Satellitensender ausgestattet und in die Freiheit entlassen worden. Die unter dem Namen „Hanzala“ bekannte Schildkröte soll künftig wichtige Daten über die Wander- und Nahrungsrouten der Tiere liefern.
Im Rahmen des wissenschaftlichen Programms zur Satellitenüberwachung Grüner Meeresschildkröten werden die Bewegungen junger Tiere im Mittelmeer mithilfe von Satellitentechnik verfolgt. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Wanderbewegungen der Tiere zu gewinnen und damit zum Schutz der biologischen Vielfalt des Mittelmeers beizutragen.
Die junge Schildkröte wurde am Strand von Sorgun in Manavgat im Rahmen einer Veranstaltung des Bildungs- und Forschungszentrums der Küstenschutzorganisation DEKAFOK mit einem Satellitensender versehen und anschließend ins Meer entlassen.

„Hanzala“ soll wichtige Daten liefern
Der Präsident der Zero Waste Foundation, Samed Ağırbaş, erklärte, die junge Meeresschildkröte werde nach ihrer Freilassung eine wichtige Botschaft vermitteln.
„Das Schicksal der Meere ist nicht unabhängig von unseren Entscheidungen an den Küsten, unseren Maßnahmen in den Städten und den Schritten, die wir heute unternehmen“, sagte Ağırbaş.
Der Zero-Waste-Ansatz beschränke sich nicht allein auf die Abfallentsorgung. Vielmehr gehe es darum, natürliche Ressourcen zu schützen, Ökosysteme zu stärken und menschliche Aktivitäten mit der Belastbarkeit der Natur in Einklang zu bringen.
Ein Name mit besonderer Bedeutung
Die mit dem Satellitensender ausgestattete Schildkröte erhielt den Namen „Hanzala“. Der Name geht auf die gleichnamige Figur des palästinensischen Karikaturisten Naji al-Ali zurück.
Ağırbaş erklärte, Hanzala stehe für ein Kind, das aus seiner Heimat vertrieben wurde. Der Name erinnere sowohl an die Sehnsucht nach der Rückkehr in die Heimat als auch an die Bedeutung der Natur als Lebensraum.
Die Bewegungen der Schildkröte werden künftig über Satellit verfolgt. Die gewonnenen Daten sollen dabei helfen, die Wander- und Nahrungsrouten der Meeresschildkröten besser zu verstehen. Gleichzeitig soll untersucht werden, wie sich Seegraswiesen, die zu den wichtigen Bestandteilen des Meeresökosystems gehören, im Mittelmeer ausbreiten.
„In der Türkei begann das Umweltbewusstsein mit den Schildkröten“
Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Şahin, verwies auf die Geschichte des türkischen Umweltschutzes und sagte: „Es wäre nicht falsch zu sagen, dass die Umweltbewegung in der Türkei mit den Schildkröten begann.“
In den 1980er-Jahren sei durch ein Hotelprojekt die Gefahr aufgekommen, dass die Lebensräume der Caretta-Caretta-Schildkröten zerstört werden könnten. Durch Kampagnen sei der betreffende Küstenabschnitt geschützt worden. Das Umweltbewusstsein habe sich anschließend im ganzen Land weiter verbreitet.
Şahin verwies auch auf den bevorstehenden COP31-Klimagipfel, der im November in Antalya stattfindet. Von Antalya aus werde man der Welt die Botschaft „Jetzt ist die Zeit zum Handeln“ vermitteln. Jeder müsse seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Als Beispiele für lokale Maßnahmen nannte der Gouverneur unter anderem das rauchfreie Strandprojekt in Manavgat sowie die in Kemer eingerichteten Barrieren gegen Meeresmüll.
Nach den Ansprachen wurde „Hanzala“ schließlich in ihrem natürlichen Lebensraum, dem Mittelmeer, freigelassen. Die Satellitendaten sollen künftig dazu beitragen, die Lebensweise der Grünen Meeresschildkröten und wichtige Bereiche des marinen Ökosystems besser zu erforschen.