(DHA) In der Bucht von Antalya sorgt ein ungewöhnlich starkes Auftreten von Quallen für Aufmerksamkeit: Die sonst eher im offenen Meer wandernden Tiere wurden in diesem Jahr durch kräftige Nordostwinde (Poyraz) bis in Küstennähe gedrängt. Teilweise sind die Quallen sogar direkt an der Wasseroberfläche und in Strandnähe zu sehen.

Nach Angaben von Prof. Dr. Mehmet Gökoğlu von der Universität Akdeniz können die Quallen ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm erreichen. Für Badegäste bestehe derzeit noch keine akute Gefahr, da die Strandsaison noch nicht begonnen habe. Allerdings beeinträchtigen die Tiere bereits jetzt die Fischerei erheblich, da sie sich massenhaft in Netzen verfangen und deren Fangerfolg reduzieren.
Die diesjährige Situation unterscheidet sich deutlich vom Vorjahr: Damals blieben die Quallen aufgrund schwächerer Winde weit draußen auf dem Meer. In diesem Winter hingegen führten starke Niederschläge und anhaltende Nordwinde dazu, dass Oberflächenwasser hinausgedrückt wurde, während kälteres Tiefenwasser – samt Quallen – in die Bucht nachströmte.

Die Quallen stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen des östlichen Mittelmeers, etwa vor den Küsten Ägyptens, Israels, des Libanon und Syriens. Von dort aus treiben sie mit den Meeresströmungen entlang der Küsten bis Richtung Rhodos und weiter westwärts.
Experten gehen davon aus, dass der Quallen-Durchzug wie jedes Jahr zeitlich begrenzt ist. Gegen Ende April oder Mitte Mai sollte die Hauptphase abgeschlossen sein – möglicherweise kann sie sich in diesem Jahr jedoch bis in den Juni hineinziehen. Spätestens zum Beginn der Badesaison wird sich die Lage voraussichtlich beruhigen.

Trotzdem wird zur Vorsicht geraten: Besonders die langen, fadenförmigen Tentakel der Quallen enthalten Giftstoffe. Bei Kontakt kann es zu Hautreizungen, Juckreiz und schmerzhaften Quaddeln kommen. Badegäste sollten daher Abstand halten, wenn sie große, weißliche Quallen im Wasser entdecken.