In der türkischen Tourismusmetropole Antalya ist die Zahl der Waldbrände drastisch gesunken. Wie Gouverneur Hulusi Şahin am Mittwoch bekannt gab, ist die Anzahl der Feuer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünfzig Prozent zurückgegangen. Die Provinzverwaltung nennt eine massive Ausweitung von Frühwarnsystemen und Alarm-Initiativen als Grund.
„Wir ernten die Früchte unserer Arbeit. Die Zahlen liegen etwa bei der Hälfte des Vorjahres“, erklärte Şahin auf einer Sicherheitskonferenz der Küstenwache. Trotz dieses Erfolgs warnte der Gouverneur vor anhaltenden Risiken: Gerade bei starkem Wind könne ein einziger Funke genügen, um einen Großbrand zu entfachen.
Besonders brisant ist die Ursachenforschung der Behörden. Während der Großteil der Waldbrände im Mittelmeerraum üblicherweise auf menschliches Versagen oder Brandstiftung zurückgeht, zeichnet sich in Antalya ein anderes Bild ab. Laut Şahin ist ein erheblicher Teil der jüngsten Feuer zwischen dem 28. Juli und dem 1. August auf natürliche Ursachen oder technische Defekte zurückzuführen.
„Es handelt sich nicht um menschliche Einwirkung. Extreme Hitze, starker Wind, Kurzschlüsse an Stromleitungen oder spontane Selbstentzündungen haben die Feuer ausgelöst“, so der Gouverneur. Man verfüge sogar über Bildmaterial, das Brände dokumentiere, die ohne menschliches Zutun oder elektrische Infrastruktur in der Nähe ausgebrochen seien.
Die Behörden setzen auf eine Doppelstrategie: Einerseits verstärkt die Gendarmerie ihre Streifen in den Wäldern, andererseits werden Mahalle-Bewohner per Lautsprecherdurchsagen gewarnt. Parallel dazu laufen Informationskampagnen des Landwirtschaftsministeriums. Über eingerichtete Kommunikationsgruppen mit Dorfvorstehern und Landräten wird die Lage in Echtzeit überwacht.
Als zweites drängendes Problem thematisierte Şahin die Verschmutzung der Küste durch Mikroplastik. Untersuchungen zeigen, dass ein großer Teil des Mülls an Antalyas Stränden aus anderen Provinzen angeschwemmt wird. Für Ende August oder Anfang September kündigte der Gouverneur einen umfassenden Mikroplastik-Workshop mit Ministerien an, der entweder in Antalya oder Istanbul stattfinden soll. Ziel ist es, neue Gegenmaßnahmen zu definieren, um die für den Tourismus lebenswichtige Wasserqualität zu sichern.