Antalya – Die bislang weitgehend unberührte Natur rund um die Mündung des Köprüçay-Flusses in Antalya wird zunehmend durch illegale Bebauung und Umweltverschmutzung beeinträchtigt. Ähnlich wie bereits an den Flüssen Beşgöz und Acısu bei Belek sind entlang des Flussufers zahlreiche illegal errichtete Hütten entstanden. Nach Angaben von Behörden werden die Abwässer der dort lebenden Menschen teilweise direkt in die Flüsse geleitet.
Antalya gilt sowohl für den Tourismus als auch für die Landwirtschaft als eine der wichtigsten Regionen der Türkei. Doch insbesondere in küstennahen Gebieten nimmt die Zahl illegaler Bauten seit der Corona-Pandemie weiter zu. Von Kaş bis Gazipaşa sind inzwischen Hunderte solcher Anlagen entstanden.

Rund 1.000 Hütten in Kumköy abgerissen
In Kumköy ließ die Gemeinde Aksu im November 2024 rund 1.000 illegal errichtete Hütten am Ufer des Aksu-Flusses und am Strand abreißen. Nach der Räumung des Gebiets entdeckten Mitarbeiter der Gemeinde mehr als 1.500 Abwasserschächte, die unter dem Sand vergraben worden waren.
Abriss an der Acısu angekündigt
Nach der Räumung von Kumköy gerieten auch die Ufer des Acısu-Flusses an der Grenze zwischen Belek und Boğazkent im Landkreis Serik in den Fokus. Dort wurden rund 300 illegale Bauten entdeckt, die unter dem Vorwand von Fischereitätigkeiten errichtet worden sein sollen.
Nach einer im April veröffentlichten Meldung der Nachrichtenagentur DHA wurde der Abriss der Anlagen angeordnet. Den Eigentümern wurden entsprechende Bescheide zugestellt. Sollten die Hütten nicht freiwillig entfernt werden, soll die Gemeinde gemeinsam mit der staatlichen Wasserbehörde DSİ den Abriss durchführen.
Auch am Köprüçay wächst die Zahl illegaler Bauten
In jüngster Zeit wurden ähnliche Entwicklungen am Köprüçay-Fluss im Gebiet von Manavgat festgestellt. Rund um die Flussmündung befinden sich inzwischen schätzungsweise 100 illegale Hütten. Menschen, die dort leben, sollen ihre Abwässer direkt in den Fluss leiten und damit die Umwelt erheblich belasten.
Auch am Beşgöz-Fluss an der Grenze zwischen Aksu und Serik wurden vergleichbare Zustände festgestellt.
Insbesondere an Köprüçay und Acısu sollen die Bewohner der illegalen Hütten mangels Kanalisation auf Abwasserschächte zurückgreifen. Nach den vorliegenden Feststellungen gelangen die Abwässer anschließend teilweise in die Flüsse. Darüber hinaus wurden im Wasser und an den Ufern zahlreiche Alkoholflaschen, Haushaltsgegenstände und weiterer Müll entdeckt.
Damit geraten die Flussmündungen und Küstenabschnitte Antalyas zunehmend unter Druck. Die illegale Bebauung gefährdet dabei nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die empfindlichen Ökosysteme der Flüsse und ihrer Mündungsgebiete.