Neue Tourismusroute in Antalya: Auf alten Karawanenwegen durch den Taurus und Akseki

29.10.2026 – 17:00 Uhr

Antalya will sein touristisches Angebot über Sonne, Strand und Meer hinaus erweitern. Der Landkreis Akseki im Landesinneren des Taurusgebirges könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. In seinem September-Bericht stellt der Verband der touristischen Hoteliers und Betreiber der Region Antalya (AKTOB) das Potenzial der Gegend für Kultur-, Natur- und Landtourismus vor.

Unter dem Titel „Von der Küste zum Taurus: Akseki als neue Reiseroute Antalyas“ hebt die Untersuchung das Zusammenspiel aus traditioneller Architektur, historischen Handelswegen und ländlichem Leben hervor. Das touristische Potenzial der Region beruhe nicht auf einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern auf der Möglichkeit, verschiedene kulturelle und landschaftliche Erlebnisse miteinander zu verbinden.

Knopfhäuser als kulturelles Erbe

Zu den markantesten Besonderheiten der Region Akseki und İbradı zählen die sogenannten Knopfhäuser. Die traditionellen Gebäude zeichnen sich durch eine Bauweise aus, bei der Stein und Holz miteinander kombiniert werden. Sie sind nicht nur architektonisch bedeutsam, sondern vermitteln auch Einblicke in das lokale Handwerk und die Lebensweise vergangener Generationen.

Nach Einschätzung des Verbands könnten die Häuser stärker in touristische Besichtigungsprogramme eingebunden werden. Zusammen mit anderen kulturellen und landschaftlichen Attraktionen ließen sich so vielfältigere Angebote für Besucher entwickeln.

Historischer Karawanenweg von der Römerzeit bis ins Osmanische Reich

Ein weiteres wichtiges Element ist ein historischer Handelsweg, der bis in die Römerzeit zurückreicht und auch während der Seldschuken- und Osmanenzeit genutzt wurde. Er war Teil der historischen Handelsverbindung zwischen Alanya an der Mittelmeerküste und Konya im Landesinneren.

Ein rund 3,65 Kilometer langer Abschnitt zwischen Akseki und Sarıhacılar ist mit seiner ursprünglichen Steinpflasterung bis heute erhalten. Zusammen mit der Verbindung zwischen Sarıhacılar und Belenalan wird der Weg bereits für Kultur- und Naturwanderungen genutzt. Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsagentur Westliches Mittelmeer und der Bezirksverwaltung von Akseki.

Sarıhacılar: Dorfleben und traditionelle Architektur

Das Dorf Sarıhacılar liegt an der historischen Route und gehört mit seinen traditionellen Häusern und historischen Bauwerken zu den Orten, an denen sich das kulturelle Erbe Aksekis besonders gut erleben lässt.

Die Kombination aus historischen Wanderwegen, traditioneller Architektur, regionaler Küche und eindrucksvoller Landschaft könnte Besuchern die Lebensweise der Region näherbringen. Der Schutz des historischen Ortsbildes gilt dabei als wichtiger Baustein für die Entwicklung des Landtourismus.

Vier Ansatzpunkte für den internationalen Tourismus

Damit Akseki auch international stärker wahrgenommen wird, nennt der AKTOB-Bericht vier zentrale Handlungsfelder:

  • Kulturerbe: Traditionelle Knopfhäuser und historische Gebäude sollen in zusammenhängende Besichtigungsprogramme eingebunden werden.
  • Natur- und Wandertourismus: Der Karawanenweg könnte durch geführte Wanderungen und thematische Kulturrouten stärker erschlossen werden.
  • Lokale Wirtschaft: Regionale Gastronomie, traditionelles Handwerk und örtliche Betriebe sollen Teil des touristischen Erlebnisses werden.
  • Erreichbarkeit: Akseki soll durch Verkehrsverbindungen, gemeinsame Vermarktung und Buchungsmöglichkeiten besser mit den etablierten Urlaubszielen Antalyas verknüpft werden.

Besonders wichtig sei, die Bevölkerung vor Ort in die Entwicklung der Angebote einzubeziehen. So könne sichergestellt werden, dass ein möglichst großer Teil der wirtschaftlichen Einnahmen in der Region bleibt.

Neue Reiseanlässe für die Saison 2027

Mit Blick auf die Saison 2027 sieht der Bericht in Akseki eine Chance, das touristische Profil Antalyas zu erweitern. Dafür müssten die kulturellen und natürlichen Sehenswürdigkeiten in konkrete, leicht zugängliche und buchbare Angebote übersetzt werden.

Die Entwicklung alternativer Routen bedeute demnach mehr, als bislang weniger bekannte Orte bekannt zu machen. Entscheidend sei, historische Wege, traditionelle Architektur, Natur und ländliche Lebenswelten zu einem stimmigen Gesamterlebnis zu verbinden. So könnte der Taurus künftig eine Ergänzung zum etablierten Küstentourismus Antalyas bilden.