Neue Autobahn zwischen Antalya und Alanya soll Fahrzeit auf 36 Minuten reduzieren

28.05.2026 – 10:00 Uhr

An der türkischen Riviera nimmt ein ehrgeiziges Infrastrukturprojekt Gestalt an. Die neue Autobahn zwischen Antalya und Alanya wird die Reisezeit deutlich verkürzen und die Region vor dem drohenden Verkehrskollaps bewahren. Die Bauarbeiten sind nun in eine intensive Phase eingetreten.

Laut Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu schreiten die Arbeiten am Projekt „Antalya-Alanya Otoyolu” mit Hochdruck voran. Das Großprojekt soll den chronisch überlasteten Küstenkorridor entlasten und eine durchgängige Schnellstraße bis zur europäischen Grenze schaffen.

Uraloğlu betonte die strategische Bedeutung der Strecke für die wirtschaftlichen Schwergewichte der Region. „Unsere Autobahn wird der steigenden Verkehrsnachfrage gerecht und leistet einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Dynamik zwischen Antalya und Alanya“, erklärte der Minister. Mit der Inbetriebnahme werde sich die Anbindung für einheimische wie ausländische Touristen erheblich verbessern.

Ein zentraler Vorteil des Projekts liegt in der Entlastung des innerstädtischen Verkehrs. Derzeit leidet die bestehende Route unter starkem Fahrzeugaufkommen und zahlreichen Ampelsystemen. Die neue Trasse soll den Verkehr aus den Nachbarprovinzen aufnehmen und einen Transit ohne Umweg durch das Stadtzentrum von Antalya ermöglichen.

Technisch ist das Vorhaben komplex. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 122 Kilometer. Davon entfallen 84 Kilometer auf die sechsspurige Haupttrasse und 38 Kilometer auf vierspurige Verbindungswege. Die Route beginnt am Serik-Knotenpunkt und endet am Knotenpunkt Alanya West, der sich nördlich von Konaklı befindet.

Entlang der Strecke entstehen sieben Anschlussstellen, fünf Tunnel mit einer Gesamtlänge von 4.365 Metern und 16 Viadukte mit einer Gesamtlänge von 5.966 Metern. Laut Ministerium laufen an allen fünf Tunneln die Ausbruch-, Sicherungs- und Betonarbeiten. An 14 der 16 Viadukte wird derzeit an Bohrpfählen, Fundamenten und der Bewehrung gearbeitet.

Die Dimensionen der Entlastung werden vor allem beim Blick auf die Fahrtzeit deutlich. Anstatt der bisherigen 2,5 Stunden benötigt man auf der neuen Strecke nur noch 36 Minuten. Das Ministerium beziffert den volkswirtschaftlichen Nutzen auf jährlich 23,9 Milliarden Lira, die vor allem durch Zeitersparnis und geringeren Treibstoffverbrauch erzielt werden. Zusätzlich soll der CO₂-Ausstoß um 47.000 Tonnen pro Jahr sinken.

Langfristig ist die Strecke als Teilstück eines wesentlich größeren Netzes geplant. In Kombination mit den künftigen Autobahnen Denizli-Burdur und Burdur-Antalya soll ein lückenloser Korridor von der Mittelmeerküste über Izmir und Istanbul bis zur europäischen Grenze entstehen.