Aufzüge, Strandplattformen, geheime Tunnel: Insgesamt 26 wilde Bauten an Antalyas Steilküste entdeckt!

Bilder: DHA
03.03.2026 – 11:00 Uhr

Nach Recherchen entlang der weltberühmten Steilküste von Antalya sind zahlreiche unerlaubte Eingriffe ans Licht gekommen. Eine Untersuchung des Landratsamts Muratpaşa und der Küstenwache ergab, dass es an insgesamt 26 Stellen illegale Bauten und Nutzungen auf den neun Kilometer langen Tuff-Klippen gibt – von einfachen Hütten über Aufzüge bis hin zu Tunneln und betonierten Strandplattformen.

Auslöser der Inspektion war die Berichterstattung über zwei Hütten – eine aus Holz, eine aus Beton mit Aufzug. Der daraufhin erstellte Bericht der Küstenwache wurde an das Provinzamt für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimawandel, die Stadtverwaltung Antalya, die Bezirksverwaltung Muratpaşa sowie die Denkmalschutzbehörde weitergeleitet.

Ein weltweit einzigartiges Naturerbe

Der Bauingenieur Prof. Dr. Nihat Dipova von der Akdeniz Üniversitesi betonte die Einzigartigkeit der sogenannten Tuff-Küstenklippen. Es handle sich um ein weltweit einmaliges geologisches Naturdenkmal mit einer durchgehenden Länge von neun Kilometern und einer einheitlichen Höhe von rund 35 Metern. Diese Struktur sei nicht nur landschaftlich, sondern auch geowissenschaftlich von außergewöhnlichem Wert.

Dipova warnte, dass Aufzüge, Treppen, Plattformen und metallene Konstruktionen nicht nur das charakteristische Küstenpanorama beeinträchtigten, sondern durch Korrosion im salzhaltigen Meerwasser auch das empfindliche Gestein und dessen Lebensraum schädigten. Die Klippen seien Lebensraum für zahlreiche Tierarten – von Vögeln über Fledermäuse bis hin zur Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Forderung nach strengem Schutz

Auch die Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses der Anwaltskammer Antalya, Duygu Kozanoğlu, stellte klar, dass es sich bei dem Gebiet um ein streng geschütztes Areal handele, das grundsätzlich von Bebauung freizuhalten sei. Unabhängig von einzelnen Genehmigungsfragen seien sämtliche baulichen Eingriffe unzulässig und müssten laut Gesetz unmittelbar entfernt werden.

Ein konkreter Schritt wurde bereits umgesetzt: Ein privater Aufzug sowie eine betonierte Plattform mit Zugang zum Meer an einem Wohnhaus im Stadtteil Deniz Mahallesi wurden auf Anweisung des Landratsamts versiegelt.

Die Behörden prüfen nun die Entfernung weiterer festgestellter Anlagen – darunter Strandkonstruktionen mehrerer Hotels, illegale Aufzüge, Tunnelsysteme und provisorische Bauten.

Experten sehen in den Eingriffen nicht nur eine Umweltbelastung, sondern einen Angriff auf das Wahrzeichen der Stadt. Die Klippen gelten als eines der prägendsten Symbole Antalyas – ihr Schutz sei daher nicht nur eine ökologische, sondern auch eine kulturelle Verpflichtung.