Nachts gehören die Strände den Schildkröten: Zugang zu Nistgebieten in Iztuzu, Patara & Co. gesperrt

Archivbild: DHA
30.05.2026 – 12:00 Uhr

An den Mittelmeerstränden der Türkei, an denen bedrohte Meeresschildkröten ihre Eier ablegen, gelten seit dem 1. Mai nächtliche Betretungsverbote. Betroffen sind unter anderem die Strände von İztuzu, Patara und Çıralı. Zwischen 20.00 Uhr abends und 08.00 Uhr morgens dürfen die geschützten Küstenabschnitte nicht betreten werden.

Neben dem Zutrittsverbot sind auch Lagerfeuer, Grillen, Zelten sowie das Befahren der Strände mit Fahrzeugen untersagt. Nachts sollen die Strände ausschließlich den Meeresschildkröten gehören, tagsüber dürfen sie weiterhin von Badegästen genutzt werden.

Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Für Privatpersonen beträgt die Verwaltungsstrafe im Jahr 2026 rund 699.245 Türkische Lira (ca. 13.000 Euro). Gegen Unternehmen und juristische Personen kann sogar die dreifache Summe verhängt werden.

Die bedrohten Arten Caretta caretta und Chelonia mydas stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Ihre Nistsaison beginnt jedes Jahr Ende April oder Anfang Mai. Dabei kommen die erwachsenen Tiere an Land, um ihre Eier im Sand abzulegen. Ab Mitte Juli schlüpfen die Jungtiere und machen sich auf den Weg ins Meer. Die Saison dauert bis Ende September.

Die türkische Mittelmeerküste zählt zu den wichtigsten Nistgebieten für Meeresschildkröten im gesamten Mittelmeerraum. Insgesamt gibt es in der Türkei 21 geschützte Niststrände in den Provinzen Antalya, Muğla, Mersin, Adana und Hatay. Besonders bedeutend ist der rund 30 Kilometer lange Strand von Belek bei Antalya, der als größtes Nistgebiet im Mittelmeer gilt.

Die Schutzmaßnahmen werden vom türkischen Umwelt- sowie Landwirtschaftsministerium überwacht. Informationsschilder an den Stränden weisen Besucher auf die geltenden Regeln hin.