Während die Temperaturen in der türkischen Tourismusmetropole Antalya auf 38 Grad klettern und die gefühlte Temperatur in der Mittagssonne oft die 40-Grad-Marke übersteigt, suchen immer mehr Einwohner Abkühlung an einem ungewöhnlichen Ort: bei minus 8 Grad auf dem Eis.
In der kommunalen Eislaufbahn des Bezirks Muratpaşa herrscht Hochbetrieb. Die Raumtemperatur in der Halle liegt bei moderaten 10 bis 15 Grad, die Eisfläche selbst ist jedoch auf konstant minus 8 Grad heruntergekühlt. Was im Winter ein normales Freizeitvergnügen ist, wird während der sommerlichen Hitzewelle zur willkommenen Kälteoase. Vor allem Jugendliche und Kinder flüchten hierher vor der Schwüle der Küstenstadt, in der selbst der Gang an den überfüllten Sandstrand kaum noch Linderung verspricht.
„Wir gehen zwar ans Meer, aber das reicht einfach nicht mehr“, bringt die 13-jährige Ada Türk das Problem vieler auf den Punkt. „Der Wechsel von der Hitze in die Kälte ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Draußen zerschmilzt man regelrecht.“ Auch Sahra Neva Biçer beschreibt das Betreten der Halle als sofortige Erleichterung: „Es ist unglaublich erfrischend. Man kommt herein und der Körper entspannt sich schlagartig. Ich versuche, so oft wie möglich herzukommen.“
Anlagenleiter Savaş Sümer bestätigt den saisonalen Ansturm: „Im Vergleich zu den Wintermonaten verzeichnen wir einen deutlich höheren Zulauf. Wenn es draußen 41 bis 45 Grad sind, wirken die 10 Grad in der Halle natürlich äußerst verlockend. Besonders an den Wochenenden ist die Bahn extrem voll.“ Die Außentemperaturen liegen in der Region derzeit konstant über dem langjährigen Durchschnitt und werden von einer hohen Luftfeuchtigkeit begleitet, was den Aufenthalt im Freien zusätzlich erschwert.
Während sich die Küstenpromenaden mit Sonnenschirmen und Badetouristen füllen, hat sich die Eisbahn als unerwartetes Gegenprogramm zum klassischen Badeurlaub etabliert. Sie ist ein frostiger Zufluchtsort mitten im sommerlichen Glutofen an der Türkischen Riviera.