Milliarden-Skandal in Antalya: Staatsgrundstücke sollen illegal verschoben worden sein

28.08.2026 – 8:00 Uhr

In der türkischen Tourismusregion Antalya soll wertvolles Staatsland illegal an Privatpersonen übertragen worden sein. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 80 Grundstücke im Bezirk Kemer mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 10 Milliarden türkischen Lira. Bei Razzien wurden 27 Verdächtige festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft von Antalya hat einen mutmaßlichen Fall der Veruntreuung staatlichen Eigentums aufgedeckt. Im Bezirk Kemer sollen besonders wertvolle Grundstücke im Besitz des türkischen Staates trotz bestehender rechtlicher Beschränkungen an ausgewählte Personen und Familienkreise gelangt sein.

Nach Angaben aus den Ermittlungsakten fehlten bei den betreffenden Grundstücken teilweise die notwendigen Eigentumstitel. Zudem soll es keine rechtmäßige Nutzung oder Besetzung der Flächen gegeben haben.

Ermittler folgen Geld- und Kommunikationsspuren

Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Ermittlungen auf umfangreiches Beweismaterial. Untersucht wurden unter anderem Daten der türkischen Finanzermittlungsbehörde MASAK, Banküberweisungen, abgehörte Gespräche, Telefonverbindungen sowie Grundbuchunterlagen.

Den Ermittlern zufolge soll das mutmaßliche System in Kemer unter der direkten Leitung und Koordination von Gökhan K., einem leitenden Spezialisten der staatlichen Immobilienverwaltung, organisiert worden sein.

Insgesamt stehen 80 staatliche Grundstücke im Fokus der Ermittlungen. Ihr gemeinsamer wirtschaftlicher Wert wird von der Staatsanwaltschaft auf rund 10 Milliarden türkische Lira geschätzt.

27 Verdächtige festgenommen

Am Morgen des 26. August schlug die Staatsanwaltschaft mit koordinierten Razzien zu. Einsatzkräfte durchsuchten gleichzeitig mehrere Adressen in Antalya, Adana, Burdur, Isparta und Nevşehir.

Dabei wurden insgesamt 27 Verdächtige festgenommen.

Die Ermittlungen sollen nun klären, wie die Grundstücke aus staatlichem Besitz in private Hände gelangen konnten und welche Personen an den mutmaßlich illegalen Transfers beteiligt waren.